Kindesmissbrauch: Programmvergleich der Parteien zur Bundestagswahl 2017

Mein Eindruck vom Wahlkampf ist, bis auf eine Oppositionspartei werden dem neuen Bundestag nur Einheitsparteien angehören. Zudem waren Fragen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt kein Thema in diesem Bundestagswahlkampf, in dem überwiegend Randthemen behandelt wurden; insofern hätte das Thema Opferschutz und Opferentschädigung als weiteres Randthema durchaus noch seinen Platz in der Auseinandersetzung gehabt. Im Wahlkampf aber waren Prävention vor sowie die Opfer von Kindesmissbrauch kein Thema. Wir Überlebenden sind somit sieben Jahre nach Runden Tisch und Medienhype nicht einmal mehr eine Marginalie wert.

Also suchte ich im Internet nach einem Vergleich der Wahlprogramme zum Thema sexuellem Kindesmissbrauchs. Auf der Seite von „Stand up – Prävention in Schule“ wurde ich fündig. Es ist übrigens die einzige Seite mit einem solchen Vergleich im Netz (siehe Link).

Danach ist in diesem Bundestagswahlkampf für FDP und Die Linke das Thema sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen keinen Programmpunkt wert. Für CDU und CSU ist zumindest der Punkt: Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz, ein Thema. Allerdings hat dieser Programmpunkt nichts mit Opferprävention und Opferentschädigung zu tun, sondern stellt im harmlosen Fall nur eine Epimone dar, nämlich eine gedankliche Wiederholung der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte. Im ärgsten Fall jedoch schränkt ein solches Recht das Elternrecht ein und erlaubt ein erhöhtes Zugriffsrecht des Staates auf das Kind und seine Erziehung, weswegen als passender Ort für den Eintrag etwaiger Kinderrechte auch der Artikel 6 des Grundgesetzes vorgesehen ist. Weiterlesen

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