Verstörende Täterperspektive

Appropriation Sexobjekte

Appropriation Sexobjekte

Die neueste Kampagne von Inncoence in Danger wirbt mit karikierenden Fotomontagen mehrerer missbrauchter Kinder. Die Kinder werden dabei als Sexpuppen für Fellatio dargestellt. Für mich sind diese Darstellungen zuallererst triggernd, dann obszön und schließlich kalauernde Comic-Pornografie.

Inncoence in Danger, die unter ihrer Präsidentin Freifrau zu Guttenberg schon einmal mit einer unseriösen Kampagne von Selbstjustiz aufgefallen ist, setzt nunmehr sein provokatives Marketing um Spendengelder fort.

Man kann die originalen Bilder und die Stellungnahme der Kampagne in einem konstruierten Frage-Antwort-Katalog unter diesem Link sehen.

Mich haben diese Bilder entsetzt und getriggert. Deswegen habe ich sie – wie hier zu sehen – übermalt. Ich will solchen Schmutz nicht sehen und erst recht nicht zeigen. Mich interessieren auch nicht die Antworten des Kataloges, dass die Bilder juristisch unbedenklich seien und welch hehre Schutzabsichten der Verein damit verfolgt. Man schützt nicht, indem man die Bildsprache der Täter benützt. Man klärt nicht auf, indem man Kinder als Sexobjekte darstellt.

Stattdessen verleumdet man die Opfer von Sexualverbrechern. Man verleumdet sie, indem man sie entmenschlicht und aus der Täterperspektive darstellt. Der Blickwinkel der Täter aber sagt nichts über die Qual und das Leiden geschändeter Kinder, die durch diese Taten meist ein Leben lang traumatisiert sind; jedoch später als Erwachsene keine nachhaltige Therapie erhalten, da die Kassen ihre Leistungen hierfür beschränken. Die Bemühungen um den Erhalt der psychischen Stabilität mit Hilfe erfahrener Therapeuten wird somit zu einer administrativen Tortur, die die Betroffenen psychisch zusätzlich belastet und von ihnen als beschämend erlebt wird.

Nein, solche Kampagnen brauche ich als Überlebender eines Seelenmordes nicht. Allein im Rahmen meiner Therapie die Tatsache zu begreifen, dass ich für die Schänder nur Objekt war, war sehr bitter und tränenreich. Ich habe auch heute noch Mühe damit, diese Sicht mit meinem Selbstverständnis zu vereinbaren. Denn durch die Erkenntnis verfügbares und konditioniertes Objekt gewesen sein, erkannte ich auch tiefe Prägungen und Introjekte, die mir ihrerseits wiederum zeigten, wie umfassend und schrecklich das Ausmaß meiner seelischen Zerstörung war.

Auch deswegen brauche ich keine Bilder einer Kampagne die Inncoence in Danger keck als verstörend bezeichnet.

Nachtrag

Zwei Gedanken bewegten mich noch nach der Fertigstellung dieses Beitrages.

Zum einen fragte ich mich, was geht in Mitgliedern eines Kinderschutzvereins vor, die eine Kampagne starten, bei der sie, ehe sie loslegen, ihren Justitiar prüfen lassen müssen, ob sie sich mit ihr nicht strafbar machen?

Ich weiß es nicht. – Doch soviel weiß ich, wer eine solche Prüfung für nötig hält, weiß oder vermutet zumindest, dass er sich mit seiner Kampagne in einem Grenzbereich bewegt. Hier war es wohl der Grenzbereich zur Pornografie.

Zum anderen frage ich mich, warum startet man eine Kampagne gegen Sexualverbrechen an Kindern und sieht als einzig mögliche Täter nur Männer? Schließlich können Kinder als Sexualobjekte für Fellatio nur von Männern vergewaltigt werden. Ergo können nur Männer Kinderschänder sein.

Ich kann diese Einäugigkeit mir nur mit der breiten medialen Verdrängung weiblicher Sexualverbrechen erklären. Denn würde man eine objektive, alle Kinder betreffende Kampagne starten, müsste man auch zur Kenntnis nehmen, dass es ebenso Kinderschänderinnen gibt. Sie sind, wie die meisten Täter, Frauen aus dem sozialen Umfeld der Kinder: Mütter, Tanten, Schwestern, Nachbarinnen, Bekannte, Lehrerinnen, Erzieherinnen. – Doch vermutlich hat man die Täterinnen deswegen ausgeblendet, weil ihre Einbeziehung kaum Spenden generierte, ja viele potentielle Spender abschrecken könnte.

Ich berichte über den Aspekt der Sexualverbrecherinnen schon länger im Karin-Jäckel-Forum.

Wegen der selektiven Wahrnehmung von sexueller Gewalt gegen Kinder habe ich in dem gleichen Forum an die Adresse der Parteien geschrieben, dass sie kein Mandat für die Opfer dieser Verbrechen und dieses Seelenmordes haben. Denn die Parteien sind es auch, die auf der anderen Seite die unmäßige Sexualisierung von Kindern begünstigen. – Gleiches gilt auch für die Vereine, die Kinder schützen wollen. Etliche von ihnen waren und sind ein Hort der Kinderschänder, auch hierüber habe ich im Karin-Jäckel-Forum berichtet.

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