Durch Kindesmissbrauch zum Kindersoldaten

Foto Haifa Zollbehörden

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Wie leicht Kinder und Jugendliche zu beeinflussen sind, sieht man am ehesten an der Jugendmode. In Haartracht und Kleidung gleichen sie sich einander an. Sie uniformieren sich freiwillig. Eine Individualisierung wird ängstlich vermieden, da sie sie von der Gruppe absondern würde. Anpassung im Äußeren wie in Gedanken ist in diesem Alter offensichtlich eine notwendige Fertigkeit, um Anerkennung zu finden und mit diesem Rückhalt vorsichtig eigene Wege aus der Gruppe heraus zu versuchen.

Diese Beeinflussbarkeit nützen Erwachsene aus, um mit ihren Werten und Ansichten die Jugendlichen zu indoktrinieren. Hierbei wird kein Bereich des Lebens ausgespart. Denn die Jugend ist nicht nur die Zukunft, sondern sie stellt auch die Garden, die für die ihnen introjizierten Anschauungen streiten werden. Also bemühen sich Parteien, Religionen, Medien, Militär, Handel und Industrie um die Jugendlichen.

Ein besonders gutes Instrument, Jugend zu beeinflussen, sind Ikonen oder Leitbilder. Sie funktionieren bei Mädchen und Jungen gleichermaßen, wenn auch mit unterschiedlicher Zielsetzung. Mädchen wird das Leitbild der Yoni, Muse oder Walküre angedient. Jungen hingegen sollen schmerzfrei als Helden und Beschützer perfekt funktionieren. Sie sollen ritterlich zu den Frauen und streitbar gegen Feinde sein. Allzeitbereit zu zeugen und zu töten.

Kriegsspielzeug ist seit alters ein probates Mittel, um Jungen wehrtüchtig zu machen und auf ihren möglichen Opfertod vorzubereiten. So erinnere ich mich an Weihnachten im Kinderheim, als ich mit sechs Jahren, wohl aus einer Spielzeugspende der Amerikaner, einen Panzer vom Christkind bekam. Man zog ihn auf und er fuhr dann knatternd und blitzend, als würde er unablässig feuern. Ich war fasziniert von diesem Gefährt. Es verlieh mir eine besondere Kraft.

Jüngst beschlagnahmte der israelische Zoll eine Ladung mit 4.000 Kriegerpüppchen. Sie waren erkennbar als Palästinenser gekleidet und hielten in der erhobenen rechten Faust einen Stein. Das Beduinentuch, das ihre Gesichter maskierte, war mit dem Kampfrufen „Jerusalem gehört uns!“ und „Jerusalem, wir kommen!“ bedruckt. Ich nehme an, dass diese Puppen vor allem für Jungs gedacht waren. Statt einem soften Teddy sollte ihnen ein richtiger Kerl geschenkt werden; schließlich symbolisierten die Puppen heldenmutige Kämpfer gegen die Israelis. Wobei die Puppen nur das verfestigen sollen, was die Jungen schon im Kindergarten spielend erlernen. Mutig gegen den Feind, im Namen Allahs zu töten. Folgerichtig werfen palästinensische Kinder mit Schleudern Steine auf israelische Soldaten.

Diese Erziehung zum Hass wird Jungen wie Mädchen angetan; wobei den Jungen auch noch die technischen Fertigkeiten zu töten beigebracht werden. Sie werden zu mitleidlosen Killern erzogen. Die dann als Kindersoldaten oder später als reguläre Soldaten oder Guerillakrieger und Terroristen ihre Feinde töten. Hierzu wird der Gegner entmenschlicht. Dass die Jungen dabei selbst entmenschlicht und in ihrer Würde verletzt werden, erhellt sich ihnen durch die massive Indoktrination nicht mehr.

In dem Waisenhaus, in dem ich die zweite Hälfte der 50er Jahre verbrachte, waren Kinder aus aller Herren Länder und aller Hautfarben. Sie waren zum größten Teil Kriegswaisen oder Flüchtlingskinder aus desolaten Familien. Wir Kinder kamen prima miteinander aus, niemand war dem anderen ein Feind, wie manche Eltern und Erzieher der Kinder einander im Weltkrieg wenige Jahre zuvor. Und wäre ich nur einige Jahre früher geboren und in das Heim gekommen, wäre ich höchstwahrscheinlich in der Hitlerjugend gelandet und hätte dort gelernt, andere Menschen so zu hassen, dass ich mein Leben dafür gegeben hätte, sie zu töten.

Kinder zum Hass und zum Töten zu erziehen, ist eine besonders infame Form des Kindesmissbrauches und des Seelenmordes, den überwiegend Jungen erleiden. Ich habe es später an den „Helden“ des Weltkrieges gesehen, die mir in den Vätern der Freunde, den Lehrern und Ausbildern begegneten. Etliche von ihnen waren zerstörte Menschen, die ihre Seele im Krieg verloren hatten. Heute würde man sie als schwer traumatisierte Menschen diagnostizieren und wenn möglich einer Therapie zuführen. Damals aber gliederte man sie in die Gesellschaft ein, für Traumatherapien war keine Zeit, und es gab keine Psychotherapeuten, die das Phänomen der posttraumatischen Persönlichkeitsstörung kannten, geschweige denn damit therapeutisch umgehen konnten. Also benützten diese zerstörten Menschen uns Jungen als ihre Tröster, indem sie uns ihre Kriegsgeschichten erzählten. Was wiederum eine spezielle Form des emotionalen Missbrauches aber auch Ausdruck der besonderen Hilflosigkeit dieser Erwachsenen war.

Link zum Bericht der Puppenbeschlagnahme
Link zum Video Hasserziehung im Kindergarten
Link zu einem Blog-Beitrag von Andrew Percy Mitglied des Britischen Unterhauses

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