Mitglied des Betroffenenbeirats verlässt das Gremium, weil die Politik ein Handeln vereitelt

Ich erlaube mir, Ihre Mitteilung über ihren Austritt aus dem Betroffenenrat zu rebloggen, denn mit Ihrem Schritt weisen Sie auf die anhaltende – ja man möchte beifügen, böswillige – Indolenz der Bundesregierung hin, den Opfern sexuellen Missbrauchs in der Kindheit nachhaltig zu helfen. Leider versinkt das Thema sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen wieder im Schweigen. Deshalb blieb auch Ihr Rücktritt unbeachtet. Auch daran kann man ablesen, wie stark das Thema noch tabuisiert ist. Es ist inzwischen vom Tabu zum Mokita (das von dem jeder weiß, worüber aber niemand spricht) geworden das allenfalls in Veranstaltungen und Kampagnen betrachtet wird. In der Gesellschaft ist deshalb auch das Leid der durch Seelenmord schwer geschädigten Opfer immer noch nicht angekommen.

 

talking about sexual trauma

. . . des ergänzenden Hilfesystems. So wie ich das erlebt habe, erfährt das Hilfesystem für institutionell Betroffene (also Menschen, die innerhalb von Schule oder Verein oder Krankenhaus z.B. Opfer sexueller Gewalt wurden) keine wirkliche Unterstützung seitens der Politik, noch vonseiten der Institutionen. Es wird Ende April auslaufen, ohne man sich im geringsten darum bemüht hätten, bekannt zu machen, dass hier eine Möglichkeit besteht, Hilfe zu bekommen. Die Abteilung, die den Fonds verwaltet (dem Familienministerium zugeordnet) halte ich für unterbesetzt, sie muss schauen, wie sie das System trotz mangelnder Unterstützung am Laufen hält. Etliche Institutionen, die in den Hilfefonds eingezahlt haben (Bundesländer, Kirchen, Sportvereine), freuen sich schon auf das Geld, das wegen der ganz kurzen Laufzeit des Fonds und der unterlassenen Information potentieller Nutzer nicht ausgezahlt werden wird.

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Ein Gedanke zu “Mitglied des Betroffenenbeirats verlässt das Gremium, weil die Politik ein Handeln vereitelt

  1. Ich würde nicht unbedingt von „Vereiteln“ sprechen, sondern Hilflosigkeit diagnostizieren (bei der Politik, die es mit durchaus starken, gut organisierten Institutionen zu tun hat). Die Institutionen hingegen setzen allesamt auf „Prävention“; Aufarbeitung hat den „Nachteil“ den Ruf der Institution zu schädigen – zumindest meinen das die Meisten. S. dazu auch Christian Füller, der eindringlich vor weiterer Verdrängung warnt:
    https://www.freitag.de/autoren/christian-fueller/eine-tickende-zeitbombe

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