Nehmt den Beschneidern ihre Messer weg

BeschneidungAm 7. Mai 2016 fand eine Kundgebung zum 4. Worldwide Day of Genital Autonomy (WWDOGA) in Köln statt. Das Ereignis ging somit im Wahlkreis von Volker Beck über die Bühne, der wegen illegalem Drogenbesitz zwei Monate zuvor alle seine Ämter bis auf sein Bundestagsmandat niederlegte; inzwischen aber, einen Monat später, wiederum in Amt und Würden agiert, als wäre sein Verfehlen nur eine lässliche Episode gewesen. Dabei ist die Droge Crystal Meth auch eine Partydroge in homoerotischen Kreisen, bei denen minderjährige Stricher schwerer sexueller Gewalt ausgesetzt werden. Ob Volker Beck zu einer solchen Party unterwegs war, werden wir wohl nie erfahren. Jedenfalls ist bekannt, dass Volker Beck 1988 dafür plädierte, das damalige Schutzalter für 14jährige Buben um zwei Jahre zu senken. Damit wäre der sexuelle Verkehr mit 12jährigen für Päderasten und pädophile Frauen straffrei geworden. Becks Interesse am Geschlechtsteil von Buben blieb danach offensichtlich konstant, denn er stimmte am 12. 12. 2012 für die Genitalverstümmelung männlicher Säuglinge und Kinder auch aus religiösen Gründen. Obgleich es somit genügend Gründe gibt, dass Volker Beck keine Möglichkeit mehr haben sollte, im Bundestag weiter Politik gegen Jungen zu machen, bemühen sich aktuell 60 Prominente, in einem Appell an die Grünen, dass Volker Beck für die Bundestagswahl 2017 wieder als Kandidat aufgestellt wird. Und wie es aktuell aussieht wird er damit Erfolg haben. Womit mit ihm ein gefährlicher, weil besonders scheinheiliger Verfechter der Genitalverstümmelung von Jungen, weiterhin politischen Einfluss haben würde; was kein Segen für Jungen sein wird, wie ein Aufsatz auf Zwangsbeschneidung.de zeigt, in dem der sinistere Zusammenhang zwischen päderastischer Forderung und Penisverstümmelung betrachtet wird.

Die Zusammenkunft des 4. WWDOGA in Köln richtete sich gegen jegliche Art von Beschneidung, denn die Beschneidungsbefürworter haben, wie man an Volker Beck sieht, vielfältige Gründe, dass Beschneidung nicht als eine schwerwiegende Verletzung des Menschenrechtes aller Kinder verstanden, sondern weiterhin toleriert und auch wieder auf Mädchen ausgedehnt wird.

Der Kinderarzt Dr. med. Christoph Kupferschmid sprach in Köln als Vertreter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Er fand unmissverständliche Worte dafür, warum jede Art von ritueller und medizinisch nicht notwendiger Beschneidung sanktioniert werden muss. Nachstehend seine Rede. Ich bedanke mich bei Dr. Kupferschmid für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

“Ich spreche zu Ihnen als Kinder- und Jugendarzt, als Repräsentant des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, der seinen Sitz hier in Köln hat und der fast alle niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte und einen ganz großen Teil der Kinder- und Jugendärzte, die in den Kliniken arbeiten, vertritt. Alle Kinder- und Jugendärztlichen Fachgesellschaften in Deutschland lehnen Beschneidungen bei kleinen Jungen ab, wenn für diese Operation keine wichtige medizinische Indikation, wenn keine wichtigen medizinischen Gründe dafür bestehen. Die große Mehrheit der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland ist anderer Meinung als die Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestages. Eltern sollen nicht ohne zwingende medizinische Gründe darüber entscheiden dürfen, ob ihre Söhne beschnitten werden oder nicht.

Die Beschneidung ist eine Verletzung des Körpers der Kinder, die nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Es bleibt eben nicht nur eine kleine Narbe wie nach einer Operation; nach der Beschneidung fehlt dem Jungen etwas. Es fehlt Schutz, es fehlt Empfindsamkeit an seinem Penis. Aber nicht nur der Körper wird verletzt, sondern auch die Seele des Kindes wird durch die Beschneidung verletzt. An intimster, an sensibelster Stelle werden ihm Schmerzen zugeführt, die über Tage anhalten. Die Erwachsenen bestimmen das so, sie halten ihn fest, sie machen ihn willenlos, er muss es über sich ergehen lassen, er versteht es nicht, und es tut noch so lange so weh.

Wir Kinder- und Jugendärzte sind überzeugt, dass die Menschenrechte an oberster Stelle unserer Werteskala stehen. Kinderrechte sind Menschenrechte. Das Recht eines Kindes auf einen unversehrten Körper zählt mehr als das Recht der Eltern auf die Erziehung. Das Selbstbestimmungsrecht des Kindes steht bei uns weit höher als das Bestimmungsrecht der Religionen. Niemand akzeptiert eine Prügelstrafe, nur weil manche Menschen es aus der Bibel lesen, dass Prügel notwendig sind für die Erziehung von Kindern. Wir Kinder- und Jugendärzte wollen, dass Jungen in unserer Gesellschaft die gleichen Schutzrechte genießen wie die Mädchen. Wir wenden uns entschieden gegen Überlegungen sogenannter Medizinethiker in Amerika, eine – wie sie sagen – kleine Mädchenbeschneidung zu erlauben, und dass diese kleine Beschneidung bei den Mädchen ein Schutz sei vor der späteren, großen Beschneidung. Das sind völlig unbewiesene Behauptungen, das sind abstruse Überlegungen, die dort in großen Ethical Journals in der amerikanischen Medizinwelt jetzt wieder, 2016 veröffentlicht wurden. Ob groß ob klein, ob Jungen ob Mädchen, wer schlagen will, schlägt, wer beschneiden will, beschneidet. Das ist keine ethische Situation, das ist keine ethische Haltung, das ist keine ärztliche Haltung – wir dürfen das nicht erlauben.

Wir Ärzte dürfen aber auch nicht übersehen, dass eine riesige Anzahl von Jungen ohne jeglichen religiösen und ohne jeglichen medizinischen Grund in Deutschland beschnitten werden. Sie werden beschnitten, weil Ärzte schlecht ausgebildet sind. Medizinstudenten und Ärzte lernen in ihrer Ausbildung und ihrer Weiterbildung Dinge über die Vorhaut, die noch aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stammen. Sie lernen, dass die Vorhaut überflüssig sei, dass man sie abschneiden kann, und viele glauben noch, dass die Jungen im Schulalter ihre Vorhaut leicht und zwanglos zurückziehen können müssen, sonst müssten wir Ärzte eingreifen. Vor wenigen Jahren konnten wir nachweisen, dass jedes Jahr in Deutschland beinahe 30.000 Jungen ohne religiöse Motivation und gleichzeitig ohne medizinische Begründung beschnitten werden. Beinahe 30.000 Opfer, Jungen, von Verstümmelung durch Ärzte. Verstümmelung aus Unwissen, Verstümmelung aus Gleichgültigkeit, und eine Verstümmelung, an der Einzelne gut verdienen.

Wenn wir als Kinder- und Jugendärzte Kinderrechte ernst nehmen, wenn wir unseren ärztlichen Auftrag ernst nehmen, dann haben wir beim Thema Beschneidung eine riesige Verantwortung, und wir haben noch viel zu tun. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen damit aufhören, jedes Jahr zigtausende Kinder, Jungen, grundlos zu verletzen. Wir müssen sie besser ausbilden, wir müssen sie besser über die Risiken und Nebenwirkungen und den Unsinn ihres Tuns informieren.

Und manchmal müssen wir ihnen in den Arm fallen und ihnen das Messer wegnehmen. Es muss ein Ende haben damit, dass kleinen Jungen grundlos Schmerzen zugefügt werden. Es muss ein Ende haben damit, dass kleinen Jungen ein Organ angeschnitten wird, das sie später vermissen. Es muss ein Ende haben, dass kleinen Jungen seelische Verletzungen zugeführt werden, die manchen viele Jahre oder ein ganzes Leben etwas von ihrer Lebensfreude nehmen. Es muss ein Ende damit haben, dass Erwachsene Kindern bleibende körperliche und seelische Schäden zuführen dürfen, wenn es hierfür keinen Grund gibt in der größtmöglichen gesundheitlichen Entwicklung später. Wir müssen den Beschneidern in den Arm fallen, wir müssen rituellen Beschneidern das Messer wegnehmen, wenn wir sie nicht überzeugen können. Wir müssen den Ärzten das Beschneidungsmesser wegnehmen, wenn sie es fahrlässig und ohne ausreichende Kenntnisse handhaben.

Ich danke Ihnen, dass Sie hier für diese Arbeit stehen, und dass Sie mir Gelegenheit geben, als Kinder- und Jugendarzt unsere Verantwortung und unsere Aufgabe hier noch einmal zu formulieren und zu verdeutlichen.”

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