Babystrich und Lewandowski, na und!? Es läuft doch …

© Aka / pixelio.de

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An jedem Bahnhof in jeder größeren Stadt lungern sie herum, ebenso an zentralen Plätzen mit öffentlichen Toiletten: Stricher, männliche Prostituierte, viele davon minderjährig, auch etliche Kinder unter 14 Jahren darunter. Freier lassen sich keine Ausweise zeigen. Freier wollen Sex und keine Story vom misshandelten Kind. Freier wollen vor allem Frischfleisch, knabenhafte Stricher sind ihnen lieber als abgewrackte Junkies.

Der Öffentlichkeit ist das ganze unangenehm. Man will nichts davon wissen und sieht weg, wenn man zum Zug eilt. Knabenprostitution hierzulande ist kein Thema, nicht mal ein Tabu. Es wird schlicht und einfach übersehen. Ich kenne dieses Thema aus den Suchtselbsthilfegruppen und als eigene Überlegung, als ich selbst noch ein Knabe war und von zuhause weglaufen wollte. Da war der Strich eine Option, um zu überleben. Viele, inzwischen saubere Süchtige, gingen auf den Strich, um ihre Drogensucht zu finanzieren. Und viele begannen damit mit 12, 13 oder 14 Jahren. Etliche von ihnen waren zuvor schon von älteren Jugendlichen oder Erwachsenen missbraucht worden.

Ihre Geschichten zeigten mir auch auf, wie selbstverständlich Knabenprostitution hierzulande ist, und wie organisiert das Milieu von Zuhältern und Freiern drumherum ist. Es ist eine eigene Welt, die von der rechtschaffenen Welt isoliert ist. Sie wäre so vollkommen für sich, würde sie nicht permanent von Rechtschaffenen finanziert werden. – Auch hier muss ich wieder an den Bundestagsabgeordneten Volker Beck denken, der in der Nähe eines einschlägigen Strichs, mit ebenso einschlägigen Drogen erwischt wurde. Indessen hörte ich bislang noch nichts von dem eifrigen Grünen Adabei, der sich längst wieder rehabilitiert hat, dass er sich reuig gegen die Knabenprostitution einsetzen will, oder die erbärmliche Lage männlicher Prostituierter verbessern möchte, oder gar den Menschenhandel mit Knaben für Päderasten unterbinden möchte.

Bislang las ich nur – aber nicht von Volker Beck -, dass die Lage minderjähriger Flüchtlinge bedrückend sei, denn diese würden von Zuhältern verstärkt angelockt. Allerdings las ich von dieser Form kriminellen Kindesmissbrauchs nur im Zusammenhang mit Mädchen. Obwohl Mädchen unter den minderjährigen Flüchtlingen nach wie vor in der Minderzahl sind, stehen sie im Fokus und berührt ihr Schicksal die Journalisten. Buben tauchen in deren Leid-und-Lösungs-Geschichtchen selten auf. Wenigstens war der Mord und die Vergewaltigung zweier Jungen im Oktober 2015 Anlass für den Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung (UBSKM) Rörig, besseren Schutz für alle minderjährigen Kinder in Flüchtlingsunterkünften einzufordern. Seine Presseerklärung dazu blieb jedoch von der Presse unbeachtet; wohl weil die erwähnten Opfer „nur“ Jungen waren.

Keine Worte fand der UBSKM jedoch bislang gegen den Skandal der Kinderprostitution, und der Knabenprostitution im speziellen. Ja, dieses Verbrechen an Jungen wird nur unter ferner liefen erwähnt, wie ein Bericht der Deutschen Welle (DW) zeigt. Obwohl es zur käuflichen Kinderschändung keine belegbaren Zahlen gibt, berichtet die DW vornehmlich von sich prostituierenden Mädchen. Der Bericht über Jungen in diesem Milieu hat seinen Schwerpunkt in dem Phänomen der Loverboys, der minderjährigen Zuhälter, die ihre Freundinnen auf den Strich schicken. Womit Buben, mal wieder mannsgerecht als Täter gezeigt werden können. Knabenprostitution kommt nur am Rande vor.

Wenigstens ist der Begriff „Loverboy“ auf der Internetseite des UBSKM im Glossar angekommen. Insofern meine ich, dass der UBSKM seiner Aufgabe ein wenig hinterherhinkt, wenn er zwar einerseits den Missbrauch mit dem Missbrauch durch Nazis skandalisiert, andererseits aber die Kinderprostitution übersieht. Es ist erbärmlich, wenn wir hier in Deutschland, dem Land mit der niedrigsten Geburtenrate nach Japan und dem Vatikan, als Gesellschaft nicht die Kraft besitzen, unsere wenigen Kinder vor der Prostitution zu schützen.

Zum Fall Sascha Lewandowski

Als ich vom Selbstmord Sascha Lewandowskis im Radio hörte, dachte ich zunächst an Depression; denn in Verbindung mit seinem Suizid wurde auch Burnout als Grund für seinen Rücktritt im März vom Trainerposten beim 1. FC Union erwähnt. Burnout ist jedoch längst zur gängigen euphemistischen Umschreibung männlicher Depression geworden. Denn Männer sind nicht depressiv, sondern allenfalls heldenhaft für Arbeitgeber und Familie ausgebrannt.

Doch gestern abend berichtete Die Welt Online in einem längerer Artikel über seine kurz vor seinem Freitod erfolgte vorübergehende Festnahme wegen des Verdachtes auf Kindesmissbrauch. In diesem Artikel wird geschildert, wie Lewandowski mit einem 12jährigen Jungen in einem Beserlpark verschwand und danach von der Polizei angehalten wurde, da ihn Zeugen erkannt hatten und das ungewöhnliche Geschehen der Polizei meldeten. – Wenigstens hatten hier einmal Mitmenschen die Augen offen und ein Ahnung von dem, was möglicherweise geschehen war.

Wir wissen nicht, was da wirklich geschah und so offensichtlich nach der Begegnung eines Freiers mit einem Babystricher aussah. Wir werden es vermutlich auch nicht mehr erfahren, denn da Lewandowski tot ist, wird es auch kein Ermittlungsverfahren gegen ihn geben.

Allerdings wird anders als vor wenigen Tagen, als Lewandowski noch vermeintlich dem Burnout erlag, nur noch spärlich berichtet. Offenbar ist das Thema für die Journaille derart befremdlich, dass sie keine Worte findet, um sich zu positionieren und das kriminelle Geschehen einzuordnen. Dabei zeigt der Fall in aller Schlichtheit, dass Kinderschänder ganz normale Menschen sind, die diese Verbrechen begehen, weil die Gelegenheit es ihnen ermöglicht. Sie sind keine erkennbaren Monster, mit Reißzähnen und Krallen, sondern nette und geachtete Menschen. Der Vater von Meins war ein ebensolcher angesehener Großbürger wie Lewandowski. Auch er beging sein Verbrechen immer wieder, weil es ihm möglich war. Ja, er hörte erst damit auf, als er starb. Sein letztes Opfer war seine Enkelin, die er bis zum 8. Lebensjahr befummelte.

Kinderschändern sieht man ihre Schändlichkeit nicht an. Man erkennt sie auch nicht an ihrer Rede. Sie sind Wölfe im Schafspelz. Auch sind sie in den meisten Fällen keine krankhaften Pädophilen, sondern nur Lustbolde, die nach dem besonderen Kick von Sex und Macht gieren, und ihn hemmungslos verwirklichen, sobald sie Gelegenheit dazu finden. Es sind schlichtweg Verbrecher, Frauen wie Männer.

Diesen Verbrechern weitgehend ihre Taten zu erschweren, ist Aufgabe der Polizei. Sie ist nur effektiv möglich, solange ein politischer Wille dahinter steht. Der Babystrich im Umfeld des Dortmunder Hauptbahnhofs soll angeblich seit fünf Jahren durch die Polizei still gelegt sein, doch das Milieu herrscht sichtlich noch am alten Ort, denn Lewandowski wurde dort mit dem Jungen im Auto verhaftet.

Demnach sieht es für mich so aus, dass zwar die Polizei ihre Arbeit macht, so gut sie kann; währenddessen die Politik meint, dass man sich, solange die Polizei die sichtbaren Seiten des Babystrichs wegräumt und zerstreut,  zurücklehnen darf. Schließlich sind es ja rechtschaffene Herrschaften, die weiterhin im Milieu Kinder schänden. Allerdings finanzieren diese kriminellen Herrschaften auf Kosten der Kinder wiederum andere kriminelle Herrschaften. Aber es sind ja überwiegend nur Jungen, deren Seelen gemordet und deren Gesundheit zerstört wird, und da muss man es nicht so genau nehmen; anders wäre es, wenn diese Kinderschänder sich an Mädchen vergingen. Eine Geschichte von den Kinderstrichern in der Dortmunder Nordstadt wird es darum nie zu einer vergleichsweisen Auflage wie die der Christiane F. bringen. Allenfalls wird irgendeine – sich Feministin nennende – dumme Frau, ihren bösartigen Narzissmus damit veredeln, indem sie tönt: „Ich bade auch in Knabentränen!“.

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