Zum Movember 2018 – Seelische Gesundheit für Jungen und Männer

Wieder ist es November geworden und damit auch #Movember, jene Zeit, in der weltweit Männer an die Notwendigkeit männlicher Gesundheitsvorsorge erinnern. Hierfür lassen sich Männer einen Schnauzer, englisch Moustache, wachsen – daher das Kofferwort Movember -, um auch sichtbar auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Es erinnern Männer, privat, einzeln und Gruppen der Männerbewegung, Sportler, Sportvereine, Männermannschaften. Sie erinnern Männer daran, zur Prostatakrebsvorsorge zu gehen. Eine etwas unangenehme Untersuchung, bei der der Arzt durch den Anus die Prostata abtastet. Zusätzlich wird der PSA-Wert übers Blut bestimmt, der unter Umständen einen Hinweis auf ein mögliches, durch den Tastbefund unentdeckt gebliebenes Prostatakarzinom gibt; woraufhin weitere diagnostische Untersuchungen anstehen können. Alles in allem ein sinnvolles Anliegen, das Männern etwas mehr Lebenszeit ermöglicht; denn insgesamt sterben Männer fünf Jahre früher als Frauen.

Auffällig ist, dass der Movember seit Jahren eine bis heute private Initiative bleibt, die von keiner staatlichen Stelle, keinem Ministerium, keiner öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt und auch nicht vom Bundesforum Männer – das vom feministischen Familienministerium finanziert wird – unterstützt, geschweige denn gefördert wird. Auf der Webseite des Bundesforums Männer kennt die Suchfunktion nicht einmal den Begriff Movember. Somit zeigen Politik und Medien unverhohlen, dass Männer sie nicht interessieren und sie vollkommen indolent gegenüber deren Anliegen nach seelischer und körperlicher Gesundheit sind. Ja, diese gesamtgesellschaftliche Verachtung, für das andere Geschlecht – die lediglich in der islamischen Welt konträr ausgerichtet ist -, besitzt paranoide Züge und kann somit nur noch als krankhaft oder ideologisch erklärt werden.

Männer sind Müll

Diese Männerverachtung gipfelte zuletzt im Schatten der männerdiskriminierenden #MeToo-Bewegung auf Twitter in dem Hashtag #menaretrash = Männer sind Müll, unter dem sich übers Jahr 2018 unvorstellbare Männerfeindlichkeit versammelte und sich abertausende von Frauen als Megären outeten. Es war Menschenfeindlichkeit pur, die hier über maximal 280 Anschlägen in die Welt gesandt wurde. Es ist ein besonders miserables und armseliges Selbstbild, dass sich hier Frauen und mit ihnen der Feminismus geleistet haben. Es zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass Männer verstehen, dass sie in dieser Gesellschaft alleine stehen. Sie müssen ihre Anliegen selbst in die Hand nehmen, und sie können darauf verzichten, Kavaliere zu sein. So wie Frauen, in ihrer Mehrheit keinem Nachfolgenden die Türe aufhalten, sollten Männer auch Frauen, die Türe vor der Nase zufallen lassen. – Es werden allerdings die wenigsten Männer – ich auch nicht – tun; denn unsere Ritterlichkeit bleibt Teil unseres männlichen Selbstverständnisses. Trotzdem sollten sich Männer mehr Rücksichtslosigkeit leisten, denn all die schönen Gesetze, die Frauen mittlerweile in Beruf, Recht und Rente bevorzugen, wurden mehrheitlich von Männern verabschiedet; während Männer nach wie vor um kleine Vergünstigungen und Rechte kämpfen, ohne bislang einen Schritt weiter zu sein. So werden, um nur ein Beispiel zu nennen, Väter bislang von Jugendämtern und Gerichten diskriminiert, indem ihren geschiedenen Frauen oder unverheirateten Kindsmüttern das alleinige Sorgerecht zugesprochen wird und diese daraufhin ihren Kindern den Vater entziehen.

Frauen misshandeln ihre Kinder

Frauen dürfen folglich ungehindert ihren Kindern schweren seelischen Schaden zufügen. Frauen tun das auch. Sie misshandeln ihre Kinder seelisch wie körperlich. Physische Misshandlung von Kindern steht nach §223 StGB unter Strafe, zudem erklärt das BGB §1631 seit 2000 auch die psychische Misshandlung von Kindern als unzulässig:
(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig

Allerdings hat der Gesetzgeber keine Strafe für seelische Misshandlung vorgesehen. Dabei nimmt die seelische Verletzung von Kindern durch ihre Eltern zu; und da Kinder vor der Pubertät überwiegend von ihren Müttern erzogen werden, prügeln sie auch überproportional (55:45) ihre Kinder, wobei sie auch einen Großteil der Dresche an die Väter delegieren. So war es in meiner Familie die Mutter, die die Stockschläge für ihre Kinder beim Vater bestellte. Wobei wenn sie im Affekt selbst zuschlug, brutaler und gefährlicher als der Vater war. Jungen sind zudem gefährdeter, von ihrer Mutter misshandelt zu werden (60:40).

Jungen werden seelisch kupiert

Die seelische Misshandlung von Kindern nimmt heute zu. Heute werden Kinder überwiegend mit Worten, Missachtung und Abwertung geprügelt. Jungen erleiden zudem in den Schulen eine Abwertungspädagogik. Sie beginnt bereits damit, dass ihre Leistungen – obwohl gleichwertig – schlechter benotet werden, als die von Mädchen.

Darüberhinaus gibt es an den Schulen erkennbar sadistische Lehrerinnen, die Gefallen daran haben, Jungen zu demütigen. So werden Jungen gewissermaßen zwangsfeminisiert, indem sie beispielsweise im Schultheater weibliche Rollen übernehmen und dabei im Tutu auftreten müssen. Oder ihnen werden jungentypische Abenteuerlust und Kräftemessen durch zermürbende Sanktionsgespräche und Indoktrination verlitten. Sie werden so seelisch kupiert und an einen feministischen Zeitgeist angepasst.

So gesehen ist wenig verwunderlich, wenn Jungen häufiger psychiatriert werden als Mädchen. Weil sie sich ihrer Natur und ihren Anlagen gemäß weniger entfalten können, erscheinen sie in den von Frauen dominierten Schulen eher auffällig, und derlei Auffälligkeit wird schnell als faul, aufsässig und desinteressiert, eben als jungentypisch diagnostiziert. Damit wird gleichzeitig ihre seelische Not ignoriert und dementsprechend nicht interveniert. Jungs funktionieren entweder, passen sich an, oder werden mit Medikamenten angepasst. Die ADHS-Diagnose (Aufmerksamkeitsdefizit) ist heutzutage die Rute der Lehrerinnen. Es hat sich längst eine stereotype Abwertungspädagogik etabliert, die gegen Jungen gerichtet ist.

Seit über 100 Jahren weiß man, dass Jungen in der Schule bei gleicher Leistung schlechter als Mädchen benotet werden; doch seit ebenso langer Zeit macht man dafür nicht die Lehrkräfte, nicht die Eltern oder Erzieher, sondern die Buben selbst verantwortlich, und die Argumente haben sich seitdem nicht geändert, Buben sind wie vor 100 Jahren faul, aufsässig und desinteressiert, während Mädchen artig, fleißig und lernwillig sind. Es sind die Stereotype einer indolenten, denkfaulen Lehrerschaft, die auf diese Weise Generationen intelligenter Schüler um die Ausbildung ihrer Talente brachte und immer noch ins Abseits drängt.

Jungen erhalten ein chemisches Korsett

Es ist darum auch wenig erstaunlich, dass Jungen nicht nur in ihren Noten zurückliegen und seltener Empfehlungen für den Übertritt zum Gymnasium erhalten, sondern dass sie auch öfters in psychiatrischer Behandlung und Psychotherapie sind als Mädchen. – Sie glauben das nicht? Nun, was Psychiatrie angeht, wird eifrig gezählt und das Hauptfach im Studium der Psychologie ist Statistik, denn sie ermöglicht generelle Aussagen über Leiden und Methoden. Jedenfalls wird eine ADHS bei 7,9% der Jungen und nur bei 1,8% der Mädchen diagnostiziert und medikamentös behandelt (KiGGS 2008). Dieser Umstand verweist auf die besondere Perspektive unter der Jungen an Schulen betrachtet werden. Bubengemäßes Verhalten wird als krankhaft betrachtet und medikamentös reguliert. Zwischen 1993 und 2011 stieg die Verschreibung von Aufputschmitteln wie Ritalin, die bei Kindern paradox – also beruhigend – wirken, um das 50-fache. Es sind nicht mehr die Zwangsjacken des Dr. Moritz Schreber, die unruhige Jungen ruhigstellen, sondern die chemische Keule.

Die Entwicklung des Missbrauchs der Diagnose ADHS durfte ich seit 1980 verfolgen. Damals verschrieb unsere Kinderärztin unserem achtjährigen Sohn zum ersten Mal Ritalin. Er hatte als Folge einer Meningitis und Enzephalitis in der Tat ein erkennbares Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Was bei ihm noch Notwendigkeit war und ihm auch erkennbar half, dem Unterricht zu folgen, wurde jedoch zunehmend zu einem Disziplinierungsmittel für muntere, aufgeweckte Jungs, die ihre Lehrerinnen überforderten.

Auch schickten wir ihn damals zu einer Kinderpsychologin, da er durch seine Erkrankung offensichtlich einen Schaden im präfrontalen Cortex erlitten hatte. Auch hier wurden wir sehr früh mit einem Problem vertraut, das damals wie heute überwiegend Jungen betrifft. Sie landen weit häufiger (17,9%) als Mädchen (11,5 %) in einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Dort treffen sie jedoch wieder fast nur auf Frauen, denn nur noch 20 % der Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten sind Männer. Wie wenig sich die Jungen dann dort angesprochen fühlen, mag man an ihrer Suizidrate ablesen: es nehmen sich dreimal mehr Jungen das Leben als Mädchen. Gleichwohl wird darüber weniger berichtet als über die Tatsache, dass Mädchen 2 bis 3 mal häufiger einen Suizidversuch begehen als Jungen. So wie auch der Fakt, dass Mädchen in der Pubertät häufiger Depressiv sind als Jungen erwähnenswert ist, während die höhere Depressionsrate von Buben bis 12 Jahren beiseite gewischt wird. Dabei ist es vermutlich so, dass deren Depression in der Pubertät oft nicht erkannt wird, weil sie entweder agitiert ist oder durch eine andere Problematik, zum Beispiel Alkoholkonsum, überdeckt wird.

Jedenfalls erfahren Jungen sehr früh, dass sie gesellschaftlich am Rand stehen. Sichtbar wird das am Girlsday, zu dem Mädchen einmal Kfz-Mechatroniker mimem dürfen, während zum Boysday Jungs mal krankenschwestern können. So dumm sind Jungs allerdings nicht, dass sie das Konzept nicht durchschauen, Mädchen wird der Bauch gepinselt und Jungs wird gezeigt, dass ihre Interessen niemanden interessieren.

Jungen werden von Frauen missbraucht

Die seelische Not von Jungen ist groß. Die von Mädchen auch, vor allem in einer zunehmend vaterlosen Gesellschaft, in der der Status der alleinerziehenden Mutter beachtlicher ist als der Hintergrund, dass die meisten dieser Mütter ihre Kinder in einem Rosenkrieg mit dem Ex instrumentalisieren und parentisieren, sprich sie mit partnerschaftlichen Ansprüchen überfordern und somit psychisch schädigen. Jungen unterliegen hierbei einem besonderen Schweigegebot, denn sie werden von ihren Müttern häufig sexuell missbraucht. Nur spricht darüber weder der Junge, noch gibt es dazu einen öffentlichen Diskurs, und die Mütter sprechen gleich gar nicht davon. Falls dennoch bekannt wird, dass ein Junge von einer erwachsenen Frau missbraucht wurde, wird dies meist abgetan, als ob es der Junge wollte, oder er froh sein könne, wenn ihm eine erwachsene Frau à la Reifeprüfung beibringt, wie es geht.

Zuletzt wurde der Weltöffentlichkeit diese widerliche wie böswillige Einstellung vorgeführt, als Asia Argento (43), eine Aktivistin der #MeToo-Bewegung, von Jimmy Bennett (22) des sexuellen Missbrauchs bezichtigt wurde. Argento hatte zu Bennett eine Weile ein fürsorgliches Verhältnis, als sie 2004 gemeinsam in dem Film „The Heart Is Deceitful Above All Things“ vor der Kamera standen. Bennet mimte damals 8jährig  Argentos Sohn. Nach anfänglichem Leugnen räumte Argento aufgrund eindeutiger Belege ihre missbräuchliche Beziehung zu Bennett (damals 17 Jahre alt) ein. Die Häme und die Vorwürfe, er wolle Argento nur Geld abknöpfen, die sich daraufhin gegen Bennett richteten, belegten einmal mehr das Vorurteil, Frauen können keine Männer vergewaltigen. Wäre Argento als sie via #MeToo den Vorwurf sexueller Gewalt gegen Harvey Weinstein erhob, in gleicher Weise diskriminiert worden, wäre dies ein extra Skandal geworden. So aber entstand kein neuer Hashtag auf Twitter und die Angelegenheit rückte rasch aus dem Fokus der Medien. Zurück blieb ein durch Öffentlichkeit und Täterin beschädigter Bursche. Seine Scham und sein Schmerz über seinen ungewollten Sexualakt mit einer mütterlichen Freundin blieben unbeachtet. So wird sexueller Missbrauch an Jungen durch Frauen gesellschaftlich abgetan.

Von Frauen missbrauchte Jungen bleiben allein

Stellen wir uns vor, ein von seiner Mutter sexuell missbrauchter Bub würde im Internet nach Hilfe suchen und „sexuell missbrauchte Jungen“ googeln. Er käme aktuell auf 1080 Treffer. Suchte er nach „sexuell missbrauchte Mädchen“ erhielte er 10.500 Treffer. Dies zeigt unabhängig von der Qualität der Links, welch niedriger Stellenwert sexualisierter Gewalt gegen Jungen beigemessen wird. Diesen Stellenwert unterstreichen auch Aussagen über sexuellen Missbrauch von Frauen an Jungen. Die Missbrauchstäterin Argento konnte nur deshalb so aggressiv und verleumderisch über ihr Opfer Bennet sprechen, weil es keinen Narrativ für Vergewaltigerinnen und für sexuell missbrauchende Frauen und Mütter gibt. „Die Gründe dafür liegen tief, sie wurzeln in Tabus, Geschlechtermythen und kollektiver Verdrängung“, so Beate Lakotta in ihrem Artikel Schattenfrauen, in dem sie über die ihren Sohn vergewaltigende Mutter aus Staufen reflektierte (Der Spiegel).

Wie wenig Jungen im Blickpunkt gesellschaftlicher Fürsorge stehen, verdeutlicht auch die Spannweite der vermuteten Zahl an Sexualverbrecherinnen, die sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern begehen. Die Münchner Gleichstellungsstelle für Frauen ging 2004 von 3,7% Täterinnen aus (Blog hier). Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) nennt 10 bis 20% Täterinnen. Andere Forscher behaupten Zahlen von 20 bis 40%. Bei einer mutmaßlichen Spannweite von 3,7 bis 40% kann man auch Darts-Pfeile werfen. Hier hört jede wissenschaftliche Grundlage auf. Diese Mutmaßungen sind das Eingeständnis aller Beteiligten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs, dass sie bei sexualisierter Gewalt gegenüber Jungen keine Ahnung haben, wovon sie sprechen. Die Mikado-Studie berichtet, dass die Hälfte missbrauchter männlicher Opfer und 10% der weiblichen Opfer von einer Frau als Täter sprechen. Allein diese Tatsache lässt letztlich die Vermutung zu, dass ebenso viele Buben, Jungen, Burschen und Männer von Frauen missbraucht und misshandelt werden wie Mädchen und Frauen von männlichen Tätern; dass es folglich überhaupt keinen Sinn macht, die eine Gruppe hoch und die andere nieder zu rechnen oder zu schätzen; denn damit verschafft man nur weiterhin Raum für die Täter (m/w).

Männer saufen sich den Missbrauch von der Seele

Die Alleszähler wissen, dass 4,7 Millionen Bürger suchtkrank sind. Der Großteil davon ist medikamentensüchtig, dann folgen Alkoholiker und zuletzt mit rund 600.000 Personen die Konsumenten illegaler Drogen. Zwei Drittel der Suchtkranken sind Männer. Nach allgemeiner Ansicht sind Männer im Gegenteil zu Frauen an ihrer Drogensucht selbst schuld. Auch hier sehen wir das alte Spiel aus der Schule. Das männliche ist das kranke, das weibliche das gesunde und falls doch kränkelnd, dann nur durch Männlichkeit gestörte. So saufen und fixen Frauen, weil sie von Männern geschlagen, missbraucht und unterdrückt werden. Männer saufen und fixen, weil sie einfach Bock darauf haben. Dass ein Drittel der Suchtkranken in Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren hatten, ist dabei unerheblich, denn dann hätte man ja womöglich einen ersten Anhaltspunkt, warum so viele Männer suchtkrank sind.

Würde man nur einen Deut von all den Erkenntnissen, die die Männerrechtsbewegung seit über 20 Jahren zusammentrug und belegte, berücksichtigen, wäre man in Hinsicht auf Kinderschutz – speziell für Knaben – ein erhebliches Stück weiter. Dann wären beispielsweise nicht ein Drittel der Jungs, die die Hauptschulen verlassen funktionale Analphabeten. Dann würde man es auch nicht wagen, diese Jungs in Sonntagsreden als die Schuldigen ihrer Misere zu bezichtigen, sondern würde die indolente, überwiegend weibliche Lehrerschaft dafür verantwortlich machen, wie sie sehenden Auges eine Generation von Männern nach der anderen verelenden lässt. Würden diese unfähigen Pädagoginnen nur einmal die Perspektive wechseln und sich vorstellen, männliche Lehrer würden so mit ihren Schülerinnen umgehen, würde ein anhaltend wütender Schrei durch die Schulflure hallen. – Doch die Männer halten still, sie ducken sich weg, schweigen, fügen sich in ihre zugedachte Rolle, arbeiten sich für Frau und Kind auf und sterben zum Dank am Ende noch durchschnittlich fünf Jahre vor den Frauen.

Männer haben es schwer, seelisch zu gesunden

Männer, die nicht still halten, die ihren sexuellen Missbrauch als Kind durch eine Frau oder Mann nicht mehr in sich zuschütten wollen, weil sie den Schmerz und die seelische Verkrüppelung darüber nicht länger ertragen, die, erwachsen geworden, unter den Schlägen ihrer Mütter in posttraumatischer Not zusammenzucken und psychosomatisch an multimorbiden Leiden erkranken; Männer, die all den Schmerz der Männlichkeit, den ihre Partnerinnen ihnen zugefügt haben, von sich abschütteln möchten und sich aufmachen wollen, eine Psychotherapie zu beginnen, finden sich dann wieder vor einer inzwischen strukturellen Schranke: Psychotherapie ist weiblich. Ja, sie ist feministisch.

Ich hatte zwei feministisch eingestellte Psychiaterinnen und eine ebensolche Psychotherapeutin. Alle drei waren allerdings so professionell, dass sie ihre feministische Haltung nicht weiter in die Therapie oder Behandlung einbrachten, nachdem ich sie rügte und mir verbat. Nur, wieviel Männer sind dazu bereit, sich selbst in der Therapie so weit zu vertreten, dass sie ihre Grenzen aufzeigen. Viele nehmen ja gerade deswegen eine Psychotherapie auf, weil sie es nicht können, und geraten so in ein Dilemma; denn mittlerweile sind über 70% der kassenzugelassenen Psychotherapeuten weiblich.

Als ich vor drei Jahren bei der Traumaambulanz der TU München vorsprach, meinte die Psychologin, ich sollte, wegen der besonderen Dominanz des Vaters einen männlichen Therapeuten aufsuchen. Sie gab mir eine Liste mit sechs Namen. Nur einer von ihnen hatte für probatorische Stunden Zeit. Die anderen fünf waren über zwei Jahre hinweg ausgebucht, so dass sie keine probatorischen Stunden bereitstellen konnten. Im Laufe meiner Therapeutensuche begegnete ich noch zwei männlichen Therapeuten, beide hielten sich aus unterschiedlichen Gründen nicht für kompetent, mich zu behandeln. Bei sechzehn anderen weiblichen Therapeuten sprach ich nach und absolvierte bei zwölf eine probatorische Stunde. Ich hatte also mehr als zwei Dutzend Therapeuten kontaktiert, ehe ich meine Traumatherapie nach einem Jahr Unterbrechung fortsetzen konnte. Jetzt habe ich wieder eine Psychiaterin und eine Psychotherapeutin. Beide sind gestandene Frauen, ohne erkennbare feministische Einstellungen. Mit beiden kann ich gut zusammenarbeiten, und wir kommen voran. – Ich habe hier über einige spezielle probatorische Stunden gebloggt.

Männer sind Sand im therapeutischen Getriebe

Angesichts dieser psychotherapeutischen Situation ist es verständlich, dass viele Männer den Gang zur Psychologin scheuen. Viele haben schon grundsätzlich Schwierigkeiten, sich zu öffnen, denn viele haben die Mannserziehung verinnerlicht: ein Indianer kennt keinen Schmerz; Männer, die flennen, sind Memmen, und so weiter. Und ausgerechnet sie, sollen sich jetzt vor einer Frau öffnen, ihr inneres Leid, das oft selbst ihre besten Freunde nicht kennen, offenbaren?

Ich kann es ihnen jedenfalls nicht verdenken, wenn es da einige vorziehen, sich lieber vor die U-Bahn zu werfen, und hierdurch ihr Problem gesellschaftlich aufgenötigter Männlichkeit, der Gesellschaft mannhaft zurückzureichen. Das mag zynisch klingen, ist aber ganz männlich mit Herzblut gemeint und geschrieben. Herzlos ist es hingegen, wenn Frauen und insbesondere Feministinnen hier verständnislos meinen, dass es geradezu unmännlich sei, sich gesellschaftlichen Konventionen bis zur Unkenntlichkeit und psychischen Deformation zu unterwerfen. Es ist gerade das, was Mann vom Kindergarten an lernt; nämlich seine Ansprüche zu verleugnen, weil sie sich in eine geordnete, weiblich nette Schullandschaft nicht fügen. Entsprechend konditioniert fügt er sich in Arbeit und Familie. – Andererseits sind es gerade Feministinnen, die bei jeder vermeintlichen Zurücksetzung „Frauenunterdrückung“ kreischen und hierbei ein Verhalten zeigen, dass sie zuvor als Mütter, Erzieherinnen und Lehrerinnen dem Knaben als weibisch aberzogen hatten.

Der bereits erwähnte Suizid der Knaben bleibt den Männern eigen. Im späteren Leben bringen sich in Deutschland durchschnittlich dreimal mehr Männer als Frauen um. Ein Umstand mehr, der zeigt, wie indolent unsere männerverachtende Gesellschaft aufgestellt ist. Wäre das Verhältnis umgekehrt, würden millionenschwere Hilfsprogramme aufgelegt, um Frauen vom Suizid abzuhalten. Dass derlei Gleichgültigkeit bei Männern gesellschaftlich strukturell ist, mag man an einem anderen Beispiel ablesen: 80 % der Obdachlosen sind Männer. Googelt man aber „Hilfe für obdachlose Männer“ erhält man ganze 12 Treffer. Die gleiche Suche mit „Hilfe für obdachlose Frauen“ bringt 2.910 Treffer. – Ja, Männer sind das verachtete Geschlecht!

Man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht, wie selbst Googles Algorithmen Männer leugnen.

Für Männer mit Depressionen ist deshalb eine qualifizierte und vertrauensbasierte Psychotherapie überlebenswichtig. Statistiken zeigen, dass das Verhältnis Mann zu Frau an einer Depression zu erkranken 1:3 ist. Allerdings weiß man auch hier kaum etwas über männliche Depression. Sie ist weniger erforscht, weil Männer sich eben eher aufhängen, als eine Psychiaterin oder Therapeutin aufzusuchen. Dafür verbringen Männer viel Zeit mit Burnout in Sanatorien, wobei es sich bei dieser Diagnose im Grunde um nichts anderes als eine Depression handelt – nur Burnout ist männlich, Depression ist weiblich. Letzteres aber kann sich kein Mann leisten, der noch Karrierepläne hat. Doch in den Sanatorien stößt Mann gar zu 80% auf Psychologinnen und zugleich auf die übliche Redekur, bei der er sich mürrisch verbirgt, anstatt sich vor einer Frau zu öffnen und seine innerste Not zu berichten. – Erst wenn die Not so groß ist, wie sie bei mir wurde, kann es geschehen, dass sich Mann einen Dreck drum schert, was Frau von ihm denkt, denn dann will er nur noch in der Hoffnung überleben, seiner Familie als Mann beiseite zu stehen. Doch selbst dieser Überlebenswille wird von Feministinnen, die in Männertränen baden wollen, verhöhnt.

Darum aber, weil es ums Überleben von Männern geht, weil es darum geht, Männern die fünf Jahre Lebenszeit zu schenken, die sie üblicherweise vor den Frauen sterben, ist der Movember so wichtig. Denn zu dieser Zeit wagen es manche Männer ihre Geschlechtsgenossen darauf aufmerksam zu machen, dass sie besser ihren eigenen Weg gehen sollten; dass sie das Geschwätz männerhassender Megären, die sich Feministen nennen, unbeachtet lassen sollten; dass sie Politikerinnen, die sich gegen Männer positionieren, merken sollten, um sie von ihrem Wahlzettel zu streichen; dass sie ihre Abgeordneten stellen sollten; und dass sie Parteien wie SPD, Grüne und Linke, die meinen, Männer, die sich für das Menschenrecht von Männern einsetzen, in die rechtextreme Ecke zu drängen, als männerfeindliche Parteien erkennen sollten.

Hierdurch wird jedoch kein einziger Therapieplatz für Männer frei, und es schreibt sich kein einziger männlicher Student mehr bei einer psychologischen Fakultät ein, doch es ändert sich trotzdem etwas. Es ändert sich die Stimmung, das gesellschaftliche Klima, hin zu einem Klima, in dem womöglich Männer und Frauen partnerschaftlich umgehen und in dem Männer zeigen dürfen, dass sie neben stark, auch schwach sind, ohne dass das noch eine Rede oder einen Hashtag wert ist.

Nur gestatten Sie mir zum Schluss nochmals diesen Seitenhieb: Während das BMFSFJ, das Bundesministerium für alles außer Männer, den Girlsday für mehrere Millionen Euro fördert, gibt es keinen müden Cent für den Movember aus. Das heißt nicht, dass es das sollte. Gott behüte uns Männer vor Finanzmitteln des BMFSFJ und seiner damit verbundenen Einflussnahme! Nur es heißt, noch einmal mehr, Männer haben in unserer Gesellschaft zwar Funktion aber keinen Wert. – Das gleiche sei auch den Gesundheitsexperten aller Parteien und insbesondere dem Gesundheitsminister Jens Spahn ins Stammbuch geschrieben. Ihre Männerverachtung ist unübersehbar …

 

Ein Gedanke zu “Zum Movember 2018 – Seelische Gesundheit für Jungen und Männer

  1. Hallo,
    der Beitrag gibt glasklar die heutige miserable Lage der Männer in unserer Gesellschaft wider. Männer haben einfach keine Lobby. Wir müssen uns um uns selbst kümmern. Kein anderer tut es. Welche fatalen Auswirkungen das vielleicht mal haben wird können sich nur wenige ausmalen: also wenn sich keiner mehr für mich einsetzt dann setze ich mich nur noch egoistisch für mich ein. Und wenn es so reale Bedrohungen wie einen hausgemachten Bürgerkrieg in Deutschland geben wird ? Wie verhalten sich da die deutschen Männer ohne Familie ? Lohnt es sich für diese, sich für eine männerverachtende Gesellschaft einzusetzen, mit Leib und Leben ? Wie verhalten sich die Männer in unglücklichen Beziehungen ? Wer so unverantwortlich mit der Wehrhaftigkeit, besser gesagt mit der Wehrbereitschaft unserer Männer umgeht, darf sich nicht wundern, wenn bald andere Kulturen in Deutschland das Sagen haben, die weniger zimperlich mit den kleinen Wünschen der feministisch-geprägten Gesellschaft umgehen. Aber ich vergaß ja: Frau darf und kann ja heutzutage alles. Dann empfehle ich allen Feministinnen: verteidigt Euer Vater- äh Heimatland, oder konvertiert und folgt damit den aus Eurer Sicht männlichen Verlierern, die das dann aus selbstverständlich pazifistischer Überzeugung längst getan haben und Eure Ankunft in der neuen Gemeinschaft wohlwollend beäugen. Nein. Jetzt mal Scherz beiseite. Es ist naheliegend, dass ein Großteil der Männer nicht mehr bereit sein werden, ihr Leben für ihr Land zu geben, das ohnehin nur zumindest gefühlte Verachtung für sie über hat. Was haben sie zu verlieren ? Und was haben die Frauen zu verlieren ? Was beide zu verlieren haben : den Traum von einer gleichberechtigten Gesellschaft.
    LG

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