Filmkritik „Weil du mir gehörst“, oder die alltägliche Kindesmisshandlung durch Elternentfremdung

Ein Film darf die Wirklichkeit zu einem guten Ende biegen und dazu auch verfremden. Diese dramaturgische Volte, die wahrscheinlich aus der Redaktion des SWR heraus ins Drehbuch korrigiert wurde, rügte in der anschließenden Diskussion nach der Weltpremiere des Films „Weil du mir gehörst“ am vergangenen Montagabend auf dem Filmfest München Kornelia Lein vom Verein Elternrechte als „Fehler“. Die beiden Fehler, auf die sie hinwies, waren zum einen die Figur einer engagierten Jugendamtsmitarbeiterin, die entschieden an der Seite des Vaters und somit auch auf der des Kindes stand; zum anderen galt die Rüge der Figur des Familienrichters am OLG, der die Eltern zum guten Ende hin zur Moderation zwang. Doch sehen wir über diese beiden Fehler hinweg, so war der Film nahe an der Wirklichkeit inszeniert. Es war ein einfühlsamer Film, der das Problem der Eltern-Kind-Entfremdung, auch Parental Alienation Syndrom (PAS) genannt, aufgriff, das alljährlich allein in Deutschland über 10.000 Kinder betrifft.

Gemeinhin entwickelt sich die Eltern-Kind-Entfremdung nach der Scheidung, indem ein Elternteil seine Wut über den Expartner indirekt am Kind auslässt. Hierfür instrumentalisiert er das Kind und induziert ihm seinen Hass, auf dass es den anderen Elternteil ebenso zu hassen beginnt. Meist sind es Mütter, die so agieren, wobei das womöglich an der mütterfreundlichen Rechtsprechung liegt, die die Verbindung von Mutter und Kind als die „natürliche“ Beziehung im Trennungsfall betrachtet. Es gibt aber auch genügend alleinerziehende Väter, die ihre Kinder der Mutter entfremden. Kinder, die einem solchen Konflikt ausgesetzt werden, entwickeln schwerwiegende psychische Störungen. Diese wurden inzwischen als PAS im Mai 2019 in das künftige Diagnose-Handbuch ICD 11 aufgenommen.

Der Film erzählt die Geschichte von Julia (Julia Koschitz) und Tom (Felix Klare) sowie ihrer Tochter Annie (Lisa Marie Trense). Nach der Trennung beginnt die Mutter ihre Tochter durch subtile Manipulation ihrem Vater zu entfremden, wobei eine Menge bekannter Tricks gezeigt werden, die das Leben bei solchen Trennungspaaren schreibt. So ziehen Mutter und Kind bei Nacht und Nebel um, ohne dem Vater eine Adresse zu hinterlassen. Am neuen Wohnort gibt Julia Annie ein neues Handy mit der angeblich neuen Rufnummer ihres Vaters, die einem alten Handy in ihrem Schrank gehört; hierdurch kann sie anhand der weniger werdenden Anrufe von Annie den Erfolg ihrer Maßnahme kontrollieren. Auch die inzwischen stereotype Beschuldigung des sexuellen Missbrauchs durch die Mutter soll die Gerichte beeinflussen, im Sorgerechtsstreit zu ihren Gunsten zu entscheiden. Antonio Pauer, als Vertreter des Väteraufbruchs für Kinder wies in der Diskussion am Ende des Films daraufhin, dass in München zwei feministische Vereine diese Strategie der Falschbeschuldigung in ihren Mütterberatungen empfehlen. Ich selbst wusste, dass Sozialarbeiterinnen des Münchner Frauenhauses Ende der 90er Jahre derlei Empfehlungen ihren Klientinnen gaben. Die Entlastung der Väter von diesem Vorwurf war kostspielig, denn psychologische Gutachten samt Lügendetektoren gingen auf deren Kappe.

Die Tricks der Mutter, die durch einen Winkeladvokaten vertreten wurde, der dem Gericht auch psychologische Gutachten einer Heilpraktikerin unterjubelte, wurden immer massiver bis Annie sich schließlich selbst verletzte und hierfür vor dem Familienrichter den Vater bezichtigte. Allerdings durchschaute der lebensweise Richter die Masche der Mutter und zwang das zerstrittene Paar mit einer drakonischen Anordnung zur Moderation. Der Film endet damit, dass Annie von Julia zum Umgang zu ihrem Vater gebracht wird. Dort reagiert sie ablehnend und verschwindet in ihrem Zimmer, in dem Tom zuvor seine von der Mutter zurückgesandten Geschenke und Briefe an seine Tochter arrangiert hatte.

Dieses Ende zeigt, ohne es zu erzählen, wie massiv die PAS durch die Mutter war und lässt ahnen, wie lange es dauern wird, diesen manipulierten Vertrauensverlust annähernd zu heilen. Einen bleibenden Schaden für ihr Selbstverständnis wird Annie auch nach aller Therapie behalten. Der Film zeigte zudem, wie grausam die Seelenverletzung eines Kindes durch PAS ist. Sie ist eine sehr schlimme Form seelischen Missbrauch und seelischer Misshandlung, die nach einem eigenen Paragraphen im Strafgesetzbuch verlangt. Denn nur wenn die Täter für diese Abart von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung eine Gefängnisstrafe zu erwarten haben, werden diese Verbrechen gegen Kinder nicht wie bisher weiter zunehmen.

Das Thema Eltern-Kind-Entfremdung ist inzwischen zwar in den sozialen Medien und auf europäischer Ebene angekommen und in einigen Ländern auch strafbewährt, wird allerdings von der deutschen Politik immer noch ignoriert. In ihrer zwanghaften mütterfreundlichen Positionierungen missachten alle Parteien im Bundestag die Not der Kinder. Insofern ist der Film, in dem eine Mutter so schlecht wegkommt, der Vater als hilfloser Kerl so wenig privilegiert erscheint und zugleich die seelische Verstümmelung des Kindes so drastisch geschildert wird, ein Stück Avantgarde, die ich von einer ARD-Anstalt nicht erwartet hätte. – Danke für die Verblüffung und Entwertung eines meiner Vorurteile.

Wie stark der Film war, sah ich auch am Ausgang nach der Diskussion an den vielen nassen Augen der Zuschauer, die den Film sahen. Damit komme ich zu meiner Bewunderung für die Schauspieler, die ihre Rollen für einen deutschen Film ungewöhnlich realistisch spielten. Julia Koschitz war eine durchtriebene Mutter, die mich zornig machte; Felix Klare als der tapsige, hilflose und liebende Vater tat mir in der Seele weh; und Lisa Marie Trense zeigte die Empfindungen der Annie, als wäre es kein Spiel gewesen. Alexander Dierbach war der Regisseur. Seine Spielleitung war große Kunst. Dazu die szenische Musik nie aufdringlich oder unpassend, sondern die Stimmungen feinfühlig begleitend. Weil du mir gehörst ist ein Film, der viel Information in sich birgt, der unser Mütter- und Väterbild herausfordert und korrigiert.

Trotz der vielen Informationen wirkte der Film nie belehrend, nie stupsend, und es war gut, dass er die monierten zwei „märchenhaften“ Fehler in sich barg, sonst hätte ich nur einmal mehr meinen Glauben an die Menschheit verloren.

Betroffen machte mich der Film auch als entsorgter und untröstlicher Großvater, im Film kam diese Rolle mit Monika Lennartz als entsorgte Großmutter väterlichseits rüber, aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht ein andermal hier erzählen werde. Teresa Harder spielte die andere Großmutter, die der Täterin beistand. Lutz Blochberger spielte ihren Mann. Er hatte die Rolle des schweigenden Mitwissers, den es bei jedem Missbrauchsfall gibt, sei er sexualisiert oder bösartig. Er war somit ebenfalls ein schwacher Mann in einem Film mit lauter starken Frauen, mit Ausnahme des weisen, gar nicht salomonischen Richters, dargestellt von Rainer Laupichler, gegen Schluss des Filmes.

12 Gedanken zu “Filmkritik „Weil du mir gehörst“, oder die alltägliche Kindesmisshandlung durch Elternentfremdung

  1. Als selbst betroffener Vater bedanke ich mich bei allen, die diesen Film geschaffen haben und damit vielleicht auch dort Augen und Herzen öffnen, wo es angebracht ist. Danke auch für diese Kritik hier!

    Es ist an der Zeit, dass unsere Politiker, unsere Gerichte….aber auch unsere Gesellschaft nicht die Augen davor schließen, was alljährlich 10.000 manipulierten und entfremdeten Kindern und somit weiteren 10.000 entfremdeten Elternpaaren (+ Großeltern, weitere Familienangehörige und auch teilweise Geschwister) widerfährt. Insbesondere bedanke ich mich bei der gesamten Filmcrew, weil man sich an solch ein heikles Thema herangewagt hat. PAS und seine Folgen für entfremdete Kinder und Elternteile sind heutzutage leider keine Seltenheit mehr (10.000 p.a.!!!!) und hoffentlich schafft es dieser Film ein wenig, hier etwas mehr Gehör für die betroffenen Kinder und Eltern zu schaffen, die nicht nur im Hier und Jetzt leiden, die teilweise ihr ganzes Leben unter solchen Machenschaften zu leiden haben.

    DANKE
    https://www.instagram.com/das_kritische_einhorn/

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  2. Ach ja, eine SWR Produktion…wie diese ganzen „Funk“ Kanäle… fürs Archiv nehm ich an. Wie auch immer, die ARD könnte auch mich überraschen, wenn sie den Film im Herbst zeigt, denn dann ist der Gniffke wohl schon Intendant beim SWR und dem trau ich zu, dass er davon abrät.

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  3. Nicht zu unterschäzen sei dabei auch die Entfremdung durch den Staat selbst, gegenüber Eltern, Geschwistern, Großeltern ec………..Es formierte sich zu einer Art Mafia, …….am schlimmsten sind aber auch Methoden, wo Kinder in bezahlte Verwandtschaftspflege gegeben werden, gezielt dafür, den anderen, zweiten Teil der Herkunft des Kindes und dessen dortiger Familienanteile komplett auzulöschen.

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  4. Eine profitorientierte parasitäre Helferindustrie verdient sich am Kindeswohl eine goldene Nase! PAS – Seelenmord im Namen des Kindeswohls – Nach Ansicht von Uwe Jopt, Professor für Psychologie an der Universität Bielefeld und Gutachter an Familiengerichten, ist die Trennung von den Eltern „die schwerste seelische Verletzung, die einem Kind zugefügt werden kann“ – angeordnet „von Leuten, die dafür psychologisch unzureichend ausgebildet sind“.Eigentlich ist Helfen eine gute Sache. Das Gute und Richtige kippt aber, wenn viele Helfer die Familie als Fall sehen, und eine ideologische und „wirtschaftliche“ Hilfe praktiziert wird.
    Ziel muss es sein, mit Einfühlungsvermögen und Empathie die Menschen in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu unterstützen. Das Kind braucht Vater
    und Mutter o h n e M a c h t k ä m p f e.
    >> Jugendamtsmitarbeiter haben eine seltene Allmacht.
    >> Sie können Kindeswegnahme anordnen UND VIELES MEHR
    >> Sie können Gott spielen. (Inobhutnahme jährlich ca. 84.000 Kinder)
    Prof. Dr. Uwe Jopt schreibt unter der Rubrik „Helferlüge“: „Ich kenne so viele Einzelschicksale, so viele Jugendämter, wo in der Person der Vertreter sich Inkompetenz, Willkür, Naivität bis hin zur Dummheit paaren, und das Ganze eingebunden in einzige Macht“
    >> Jugendämter arbeiten ohne Fachaufsicht.
    >> Es gibt keine zentralen Beschwerdemöglichkeiten.
    >> Es gibt keinerlei Haftung für behördliches Handeln.

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  5. EKE-(PAS) Eltern-Kind-Entfremdung
    Der ganze Schmufix hört erst auf, wenn Eltern aufhören sich zu streiten und Anträge beim
    Familiengericht zu stellen. Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, dann müssen wir den
    Gerichten und der Helferindustrie den Geldhahn zudrehen. Kinder und Eltern werden beim
    Familiengericht nur verheizt und aufgerieben… Das Kindeswohl, der Kindeswille spielt bei dem
    ganzen Prozedere nur eine untergeordnete Rolle. Den Geschäftsstellen vom Familiengericht
    (Amtsgericht) geht es nur ums Geld… Wer trägt die kosten des Verfahrens, wer bezahlt am Ende
    die Rechnung? Es ist ein Milliardengeschäft auf dem Rücken unserer Kinder. Hier verdienen sich
    Anwälte, Verfahrensbeistände, Gutachter, Familienhilfe, freie Träger, Jugendamt, Therapeuten,
    Kinderheime, Umgangsbegleiter, die Rechtspflege usw. eine goldene Nase. Rund um das Thema
    Kindeswohl ist eine Humankapitalbeschaffungsindustrie entstanden. Die Juriskraten-Mischpoke
    verdient extremst gut an jedem Schlamassel in dem, Eltern und ihre Kinder gerade stecken, man
    sollte also mal darüber nachdenken welche Täter ein Motiv haben … Es gibt in der Kampfarena
    Familiengericht nur einen Gewinner und die Eltern und Kinder sind es definitiv nicht.

    Vermerk:
    Da zeigen sich Juristen schlicht unbelehrbar und handeln entgegen allen neusten wissenschaftlichen
    Erkenntnissen, nach alten Rollenverständnis.
    Dabei sind unsere Gefängnisse, Heime, psychiatrische Kliniken und Entzugsanstalten
    überproportional gefüllt mit Scheidungskinder.
    Eigentlich müssten diese Richter/innen zur finanziellen Verantwortung gezogen werden.

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  6. Ein sehr guter Film,der mich als betroffene Mama darin bestärkt, dass ich die Ablehnung meiner Tochter nicht persönlich nehmen darf … Das eigentliche Opfer sind die armen Kinder,die missbraucht werden und unter Umständen ihr ganzes Leben mit den Folgen leben müssen … wenn sie irgendwann begreifen was die Wirklichkeit ist … trotz allem … meine Tochter wird niemals ein böses Wort über ihren Papa hören von mir … abwarten und hoffen … Rechtfertigung hilft überhaupt nicht … es müsste im Strafgesetzbuch aufgenommen werden, dass eine Eltern-Kind-Entfremdung strafbar ist .. Jugendämter sind keine Hilfe … sind auch machtlos … soll ich ihr 15 jähriges Kind „zwingen“zu ihnen zu kommen … wenn es nicht möchte … das war meine Erfahrung … und … der Mitarbeiter hatte recht … ich danke allen Beteiligten für diesen großartigen Film …

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  7. Dieser Film wurde mir von einer Frau zugetragen und stellt so gut wie 1 : 1 dar, was die gemeinsamen Kinder und ich in den letzten beiden Jahren nach der Trennung miterlebt haben. Der magische Satz der Anwälte des bindungsintoleranten Elternteils heißt dann:“Fakten schaffen, so radikal wie möglich, so schnell wie möglich und so falsch begründet wie möglich.“

    Erst werden die Kinder dem Vater entzogen, man schafft Fakten und reduziert den Umgang des Vaters mit den Kindern. Dann werden über den Vater Lügen und Falschbehauptungen aufgestellt, künstliche Konflikte geschaffen, um dem Familiengericht Gründe zu liefern, dass der Kindesentzug von staatlicher Seite aus legalisiert wird. Während dieser Entziehungszeit nimmt die Einwirkung auf die Kinder zu. In meinem Fall kann ich von Glück sagen, dass die Kinder so gefestigt waren, dass ihrerseits nicht diese große/Starke Form der Ablehnung erfolgte, wie sie im Film dargestellt wurde. Während dieser Zeit des Entzugs und noch nicht geregelter Umgänge, wurden die Zeiten durch die Mutter nochmals reduziert. Der Staat in Form des Familiengerichtes regte (anstatt anzuordnen) während des reduzierten Umgangs lediglich nur an, dass von der Mutter die vorherigen erweiterten Umgangszeiten wieder unterstützt werden, jedoch war die Anregung mehr Schein als Sein und blieb ohne jegliche Konsequenz. 5 Monate konnte die Mutter so ihrem Willen und ihrer Vorstellung nach die Umgänge auf jedes 2. Wochenende reduzieren. Konsequenz für die Mutter gleich Null.

    Wieviel Schmerz die bindungsintolerante Verhaltensweise in den Kindern hinterließ, die in mir einen starken und verlässlichen wie auch liebevollen Vater erlebten, kann man sich nur annähernd ausmalen. Dieser Verlust kann sich in den Kindern in verschiedenen Formen äußern. In dem Film wird dieser Elternverlust durch eine radikale Form der Ablehnung deutlich und hervorragend durch das Kind dargestellt. Nachdem also die Reduzierung der Umgänge auf ein Mindestmaß erfolgten, war es sodann auch nicht verwunderlich, dass die Kinder den Willen der Mutter bei der abschließenden Anhörung vor dem Familiengericht wiedergaben und die Mutter das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen bekam, den Kindern und mir jedoch auch ein erweitertes Residenzmodell (Freitags bis montagmorgens und danach den Donnerstag auf Freitag) zugesprochen wurde. Aussagen mancher Gerichtsbeteiligten nach, konnte ich mich damit ja auch schon glücklich schätzen. Vielen Dank.

    Von Anfang an wehrte sich die Mutter gegen ein von mir favorisiertes Wechselmodell, initiierte Konflikte oder gab Konflikte an, die sich nachweislich überhaupt nicht derartig zutrugen. Das nachweisbare Falschvortragen war nicht von Belang. Somit war das Wechselmodell von Anfang an vom Tisch.

    Nachdem der familiengerichtliche Beschluss erfolgte, wurde sodann umgehend von der Mutter versucht mir das Sorgerecht von Amts wegen nehmen zu lassen, indem ein Verfahren zur Prüfung der Erziehungstauglichkeit nach § 1666 eingeleitet werden sollte, die ja durch das familienpsychologische Gutachten zuvor im Gerichtsverfahren I. Instanz erst bescheinigt wurde. Das Gutachten wurde indes sogar aufgrund des nicht vorhandenen Willens der Mutter, in gemeinsamen Gesprächen mitzuwirken vorzeitig abgebrochen. Konsequenz für die Mutter war wie immer gleich Null. In Folge des Beschlusses erfolgte durch die Mutter beim Oberlandesgericht umgehend der Antrag mir das Sorgerecht für beide Kinder nehmen zu wollen. Wie solche Begründungen mit fadenscheinigen und falschen Aussagen aussehen können, scheint manch Verfahrensbeteiligten der Gerichte und speziell den Jugendämtern anscheinend nicht geläufig zu sein. Und hier muss ich am allermeisten Kritik üben.

    Die Unfähigkeit bei Gericht, Umgangspfleger, Verfahrensbeistand und speziell dem untätigen Jugendamt zu erkennen, ob ein Elternteil die Kinder massiv durch subtile Formen versucht zu manipulieren ist erschreckend stark ausgeprägt. Die Ohmacht beim Elternteil, dass die Kinder kaum sehen darf, trotz aller Hinweise einfach riesig. Als Elternteil nicht gehört zu werden und zuzsuchauen wie offensichtliche Falschaussagen dazu führen, dass dennoch dem Elternteil die Kinder zugesprochen werden, das offensichtlich das Gericht betrügt, dieser Umstand lässt einen einfach das Gefühl aufkommen alleine gegen Windmühlen zu kämpfen. Die alte Ansicht, dass sich weiterhin überwiegend nur Mütter angemessen um die Kinder kümmern können, ist dermaßen in den Köpfen verankert, dass man mit Fug und Recht sagen kann, dass man in dem Bereich in der Steinzeit lebt. Meinem Empfinden nach muss hier analog zu allen heute schon vorhandenen toleranten Lebensbildern (Mann liebt Mann, Frau liebt Frau, mit oder ohne Kind,) ein radikales Umdenken in den Köpfen der staatlich getragenen Verantwortlichen stattfinden.

    Ich bin sehr froh, dass ich stark genug war diese Zeit zu durchleben und dass ich den Kindern genug Halt bieten konnte. Zum jetzigen Zeitpunkt leben die Kinder jede zweite Woche von Mittwochs bis Montags bei mir, nachdem ein Vergleich beim Oberlandesgericht gezogen wurde. Nach Aussage einer gerichtlich bestellten beteiligten Person reichte die Kommunikation zwischen uns Eltern nicht, um den Umgang um zwei weitere Tage zu erhöhen (Montag bis Montag) dem klassischen Wechselmodell. Für Mittwoch bis Montag jedoch reichte es. Die Argumentationsketten sind haarsträubend. Da kann man wieder sehen, wie starrsinnig das klassiche Bild in den Köpfen verankert ist. Jedenfalls hier in Dortmund.

    Ich danke allen, die diesen Film möglich gemacht haben, dass dieses Thema auf eine gerechte Art und Weise endlich einer breiten Masse publik gemacht wurde.

    In meinen Augen gehört der Film „Weil Du mir gehörst“ als Pflicht“lektüre“ jedem Familienrichter(in), Verfahrensbeistand, Umgangspfleger(in), Jugendamt oder Erziehungsberatungsstelle vorgespielt, um zu sensibilisieren. Beide Eltern sollten das Sorgerecht haben, unabhängig davon ob verheiratet oder nicht. Lasst es nicht zu, dass ein Elternteil Fakten schaffen kann, um den Kindern Schaden zuzufügen. Die Kinder wollen nach einer Trennung weiterhin den Halt beider Elternteile.

    Vielen Dank

    M. Müller

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