Strukturen des Missbrauchs am Beispiel des respektlosen Umgangs mit Überlebenden

Heute, Freitag, den 27. November, wollte ich den abgebildeten Tweet mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Rörig verlinken. In ihm kritisiere ich seine aktuelle Kampagne gegen die Gesetzesvorlage, durch die Sexualdelikte mit Kindern generell als Verbrechen heraufgestuft werden sollen. In dem Interview diffamiert er die Forderung von Kinderschützern und Betroffenen nach der Gesetzesverschärfung als populistisch. Rörig: „Ja, man ist hier vielleicht zu schnell populistischen Forderungen gefolgt.“ Populistisch bedeutet heutzutage ja AfD gleich Nazi; also ein schwerer Vorwurf und ein böser Nadelstich.

Zuvor hatte der UBSKM diesen Tweet plaziert, in dem er auf sein Interview im Tagesspiegel verwies, und in dem er die Gesetzesvorlaqe als ein veritables Problem rügte.

Bei der Eingabe meines Tweets bemerkte ich, dass sich die Twitteradresse des UBSKM, „@ubskm_de“, nicht selbsttätig beim tippen ergänzte. Also versuchte ich, seinen Account direkt aufzurufen. Hierbei erhielt ich die Mitteilung, dass ich von ihm blockiert bin. Somit kann ich keinen Tweet mehr von ihm lesen, so wie er auch meine Tweets nicht mehr sieht. Ich bin raus aus seiner Blase!

Damit erging es mir erstmal schlecht. Ich bin seit nunmehr drei Jahren vom BMFSFJ bei Twitter blockiert. Ein Versuch der Pressereferentin des Ministeriums, diese Blockade wieder aufzuheben, versandete ohne weitere Mitteilung. Ich bloggte hier über diesen Vorfall (Link). Hier noch ein Auszug aus meinem Blog an die indolente ministerielle Bonzenschaft:

Egal, ihr habt mir eine Lektion erteilt, ihr Herrschaften, ihr „Damen“ vom BMFSFJ, ihr habt mir wieder einmal gezeigt, dass mein Misstrauen gegen die so guten und so normalen, die so nicht missbrauchten, gelegentlich aber missbrauchenden Menschen, die wissen, was einem Überlebenden zusteht, dass mein Misstrauen euch gegenüber durch und durch notwendig und berechtigt ist. Ihr habt mir mit der Blockade einen Tritt verpasst, mich wie einem räudigen Hund verjagt, und damit habt ihr allen Opfern sexualisierter Gewalt einmal mehr gezeigt, was ihr von uns im Grunde eurer guten Herzen haltet.

Damals war ich ebenso erbost, wie insgeheim amüsiert, denn die Hybris des Ministeriums mir gegenüber war verschmerzbar, wesentliches außer infantile Gesetzestitel waren von ihm nicht zu erwarten. Wobei diese Haltung auch einen anderen Zug des Familienministeriums zeigte, es nimmt die Bürger nicht ernst, für die es arbeitet. Ja, es schließt auch die Hälfte aller Bürger – in ihrer Eigenschaft als Männer – durch seine provokante Namensgebung aus. Dieses Ministerium ist korrupt, das heißt verdorben. Es ist von feministischen Ideologen besetzt und agiert nach deren Belieben.

Heute war ich nicht nur erbost, sondern tief verletzt. Ich habe 2014 vom Fonds sexueller Missbrauch, der vom UBSKM betreut wird, 10.000 € für die nahtlose Fortsetzung meiner Traumatherapie erhalten, wofür ich mich auch in meinem Blog bedankte (Link). Zudem habe ich den UBSKM mit meinem Blog kritisch aber auch respektvoll begleitet und konstruktive Vorschläge zum Kinderschutz verfasst, die in seinem Amt beachtet wurden. Und dann musste ich heute Mittag feststellen, dass ich aus heiterem Himmel blockiert wurde, mir also eine rasche direkte Informationsquelle für mein Blog abgeschnitten wurde. Das hat mich so sehr getroffen, dass ich für den restlichen Tag selbst im Sitzen an Schwankschwindel litt, was sonst nur nach massiven posttraumatischen Attacken vorkommt.

Gut, ich könnte nun darüber nachdenken, was habe ich falsch gemacht, wen habe ich ungerecht attackiert? Mir fällt im Amt des UBSKM niemand ein. Zuletzt hatte ich nur die Ministerin Frau „Dr.“ Giffey – in eben dieser Schreibweise – mehrmals zum Rücktritt aufgefordert, weil sie meines Erachtens durch ihre Pfuschpromotion sich als Verteidigerin des Kinderschutzes unglaubwürdig gemacht hatte. Denn wer korrumpiert ist gemeinhin selbst korrupt, also zu Kuhhandel bereit, wenn es sich ergibt. Derlei Kuhhandel betreibt der UBSKM Rörig ja seit seiner Amtsübernahme 2011 mit den beiden Kirchen. Was ich immer wieder auch in diesem Blog rügte.

Ist dazu gar noch seine Ministerin nicht integer, wird auch der Kinderschutz unglaubwürdig. Denn hier sollte mit offenem Visier gegen eine verbrecherische Übermacht gestritten werden. Die gesellschaftlichen Strukturen des Missbrauchs sind nämlich allesamt noch höchst intakt und wurden bislang nur ansatzweise infrage gestellt. Wer dagegen vorgehen will, muss folglich absolut integer sein. Das aber ist die Ministerin nicht, und auch der UBSKM ist es in meinen Augen nicht. Sein lavieren in Fragen der Kinderehe als auch seine Haltung zur männlichen Genitalverstümmelung zeigte, dass es politische Prioritäten gibt, die er über den Kinderschutz setzt. Kinderschutz ist somit hierzulande und durch die damit befassten Ministerien verfügbar. Und eben diese Haltung sehe ich erneut in den Einreden des UBSKM gegen die Gesetzesvorlagen zur Strafverschärfung bei Kinderschändern. Diese Haltung aber kommt nicht von ungefähr, sondern wird vom langen Schatten der Ministerin „Dr.“ Giffey gedeckt.

Ich werde mich jedenfalls diesmal wehren und den Vorgang skandalisieren. Über die Ergebnisse werde ich hier berichten. In jedem Fall habe ich als Überlebender von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung mein Vertrauen in den UBSKM restlos verloren, und etwas schlimmeres kann einem unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs nicht widerfahren, nämlich dass er das Vertrauen der Überlebenden verliert. Er zählt nunmehr auch zu den Personen, die ich wegen Missachtung meinerselbst verachte.

Selbstverständlich erachte ich dieses Vorgehen ebenfalls aus meiner Sicht als Mann und behaupte, einer Frau wäre diese Schmach nicht angetan worden. Männer aber kann man missachten, so wie man sie misshandeln kann. Mein vorangegangener Blogbeitrag zum Movember 2020 befasste sich auch damit.

Gut, man mag einwenden, weder „Dr.“ Giffey noch Herr Rörig bedienen ihren Twitteraccount selbst, sondern es machen irgendwelche Administratoren ihrer Pressestelle. Das enthebt sie freilich nicht ihrer Verantwortung. Das BMFSFJ weiß seit November 2017, dass mich ihre Twitterblockade empört und ich sie als Missachtung empfinde. Es scherte diese Hiwis, diese „His-Masters-Voice-Figuren“ keinen Deut. Nein, diese Figuren sind wahrscheinlich auch daran beteiligt, dass ich nun vom Twitteraccount des UBSKM ausgemustert wurde.

Ja, es war für mich heute ein ungutes, verstörendes und mich gesundheitlich belastendes Erleben. Diese Regierung, dieses Ministerium, dieser Regierungsbeauftragte haben mich, ein überlebendes Missbrauchsopfer, heute seelisch misshandelt.

Ein Gedanke zu “Strukturen des Missbrauchs am Beispiel des respektlosen Umgangs mit Überlebenden

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