Strukturen des Missbrauchs: Schweigen ist tödliche Missachtung

Einst galt es als eine Verschärfung von Todesurteilen, wenn die Richter verfügten, dass fortan der Name des Hingerichteten nicht mehr genannt werden dürfe. Er sollte nicht nur tot sein, sondern sein Andenken sollte gleichfalls vernichtet werden. Es sollte sein, als hätte er nie existiert. Im großen Stil fand solche Damnatio memoriae (Verbannung des Andenkens) im politischen Leben statt. Dann wurden sämtliche Denkmäler, Münzen, Grabstätten und alles, was sonst noch auf den Verdammten hinwies, zerstört. Dieser im Grunde malevolente Zauber wird bis in unsere Zeit angewandt. In der UdSSR gab es ein eigenes Büro dafür, in Ungnade gefallene Zeitgenossen aus allen Fotos zu retuschieren. Aktuell ist es die Löschung oder Blockade einer Person in sozialen Medien. Sie existiert  fortan nicht mehr und verschwindet, als hätte sie nie existiert. Das Axiom von Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren“, wird hierdurch praktisch widerlegt. Denn eine gelöschte Person kann selbst als Unperson nicht mehr Widerpart einer Nichtkommunikation sein, sondern sie war, ist und bleibt für die soziale Blase inexistent.

Derlei einfältiger Versuch einer Ausmerzung aus dem „kollektiven Gedächtnis“ widerfuhr mir unlängst auch durch den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Rörig, der mich von seinem Twitteraccount verbannte. Ich bloggte hierzu hier. Diese Missachtung hat Bezüge zu dem, gesellschaftlich bedingten, Opfern auferlegten Schweigegebot nach einem Missbrauchsgeschehen. Ich brauchte über 50 Jahre, um erstmals 2008 mit meiner anhaltenden Vergewaltigung durch die Eltern und einer Frau an die Öffentlichkeit zu gehen; davor sprach ich selten davon im kleinen Kreis. So wie ich 50 Jahre durch Familie und Gesellschaft zum Schweigen genötigt war, werde ich also erneut durch den UBSKM und das BMFSFJ ausgeixt. Für diese „Herrschaften“ bin ich zur Unperson geworden, der man fortan die Kommunikation verweigert.

Die Opfer sind der eigentliche Makel

Erlittener Kindesmissbrauch ist ein Makel – vor allem für die Gesellschaft. Denn wenn nach der Redensart ein ganzes Dorf ein Kind erzieht, dann sah mit dem Missbrauch auch ein ganzes Dorf weg. Deshalb soll er beschwiegen werden. Obgleich „verschweigen“ geht ja nicht mehr, so wie noch vor Jahrzehnten, deshalb wird er jetzt „beschwiegen“. Gleichwohl wird er aber wie zu allen Zeiten auch durch seine Opfer als ein Makel empfunden. Sie schämen sich aus vielerlei Gründen, dass ihnen so etwas geschah, und dass sie das erlittene Verbrechen nicht umgehend anzeigten. Hier wirken Täter und Mitwelt zusammen. Einen Kinderschänder in seiner Familie oder im Dorf zu haben, ist für alle beschämend, also gibt es ein stummes Schweigegebot. Die Schändlichkeit wird tabuisiert. Es ist das ganz normale Verhalten in jeder Gemeinschaft. Der Makel in ihr wird tabuisiert. Der Makel fremder Familien wird hingegen oft schamlos skandalisiert; denn die moralische Empörung über andere nobilitiert indirekt die eigene Sippschaft, als käme es in ihr nicht zum Tabubruch.

Üblich ist, einen Makel zu kaschieren. Das beginnt ganz harmlos, so hatte Prinzregent Luitpold von Bayern einen sichtlichen Kropf, den er mit einem langen Bart kaschierte. Anders und doch in gewohnter Manier reagierte hingegen Bundesministerin „Dr.“ Franziska Giffey auf ihre persönliche Verfehlung. Ihr hängt der Makel intellektueller Unredlichkeit nach, indem sie sich nach Lage der Dinge einen Doktortitel erschlichen hatte, den sie auch mit sichtlichem Stolz führte. So bestand sie in ihrem Ministerium bis zum 13. November 2020 darauf mit dem Namenszusatz „Doktor“ angesprochen zu werden. Ab diesem Zeitpunkt verzichtete sie von sich aus auf die Führung des Titels, da der Makel inzwischen zu offensichtlich und die Nennung des Namenszusatzes peinlich geworden war. Sie will nunmehr den Makel ebenfalls durch beschweigen aus der Welt schaffen. Ob es ihr gelingt, werden wir erfahren, sobald das erneute Prüfverfahren der TU Berlin beendet ist.

Männer sind der Frauen Makel

Um das Verschweigen von Schändlichkeit und Makel zu illustrieren ist „Dr.“ Giffey allerdings exemplarisch, insbesondere dann, wenn es darum geht den Makel gesellschaftlicher Verachtung von Männlichkeit zu kaschieren und umzudeuten. Jedenfalls werden Männer in der europäischen Kulturgeschichte seit gut 200 Jahren ob ihrer männlichen Eigenart – was immer das auch sein soll – missachtet (Link). Auf dieser Missachtung und Verachtung von Männern basieren auch misandriene Stereotype wie #MenAreTrash in den geselligen Netzwerken sowie diverse feministische Schriften, die den Androzid propagieren und seit Jahrzehnten Neuauflagen erfahren. In einem unlängst veröffentlichten männerverachtenden Pamphlet, das gar als Ratgeber für „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer in Deutschland“ (Link) daherkommt empfiehlt Ministerin Giffey:

Jungen und Männer sind Unterstützer von Gleichstellung und Frauenemanzipation – weil sie Verantwortung für ihre „patriarchale Dividende“ (keine Erbschuld!) tragen müssen.
Deshalb erachtet es partnerschaftliche Gleichstellungspolitik als notwendig und zumutbar, dass Jungen und Männer Frauenemanzipation unterstützen, zurückstehen, Verzicht leisten, auch „einfach mal die Klappe halten“.

Indirekt heißt das, von Frauen missbrauchte Jungen sollten sich gleichfalls auf ihre patriarchale Dividende besinnen und einfach mal die Klappe halten. Und das scheint für Feministen dringend notwendig, denn die Mär von der friedfertigen, sexuell passiven Frau muss weiter genährt werden, damit Frauen endlich in den Genuss ihrer matriarchalen Dividende gelangen. An dieser Mär stricken männerhassende Lesben und avantgardeaffine Ehefrauen, die sich für Feministen halten, wie gesagt seit dem Ancien Régime. In den siebziger Jahren waren es – wie dies auch heute stets betont wird – „die Frauen“, die den Kindesmissbrauch in den Familien aufs Tapet brachten, genauer gesagt den Missbrauch der Väter an ihren Töchter. Die Vergewaltigung von Kindern in den Familien war freilich nicht ihr eigentlicher Behuf, vielmehr ging es ihnen darum den Stereotyp des Mannes als nicht nur potentiellen, sondern als permanenten Vergewaltiger und Totschläger von Frauen und Mädchen zu installieren. Nun waren es nicht mehr nur die Russen, die die deutsche Frau vergewaltigten, sondern jeder Mann war qua Geburt ein Vergewaltiger und Mädchenschänder.

Jeder Mann ist der Familie Makel

Am Missbrauch in den Familien änderte ihre Kampagne übrigens nichts, die geschätzte Verbrechensquote, dass jedes siebte Kind, das heißt Bub oder Mädchen, in häuslicher Umgebung von sexualisierter Gewalt betroffen ist, blieb unverändert. Auch das Amt des UBSKM fand keine Strategie, das zu ändern. Nach zehn Jahren seines Bestehens, hat es die dort versammelte Expertise endlich geschafft, ein Impulspapier zum „Tatkontext Familie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe für Aufarbeitung, Schutz und Hilfe“ zu verfassen (siehe Link). Das man einen solchen Schwurbel als Titel wählte, zeigt die ganze politische Hilflosigkeit gegenüber dem Kindesmissbrauch in Familien, er macht 80 % aller Missbrauchsfälle aus – doch, pardon, Kindesmissbrauch ist inzwischen auch ein politisch inkorrekter Begriff geworden, künftig will man nur noch von sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern sprechen, und hat somit einen neuen Schwamm gefunden, mit der sich diese gesellschaftliche Monstrosität verwischen und egalisieren und somit letztlich auch beschweigen lässt. Dafür bleibt es weiterhin allgemeines Unwissen, dass die Hälfte der sexuell missbrauchten Jungen eine Frau als Täterin nennt; dass die Hälfte aller missbrauchten Kinder Jungen sind; dass die Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt Männer sind (Link). Dazu schweigen Medien, Frauen und Männer – in seltener Einhelligkeit.

Wir sind im Krieg, Mann gegen Frau

Das gewollte Stereotyp ließ keine Differenzierung zu, es war eindeutig und blieb es bis heute: Jeder Mann ist ein Vergewaltiger. andernfalls könnte die Prätendentin für das Berliner Bürgermeisteramt „Dr.“ Giffey als Regierungsmitglied von ihrer feministischen Entourage nicht derart männerfeindliche Sprüche unters Volk kloppen lassen. Zudem entblöden sich Frauen samt ihren Beischlafbettlern alltäglich mit dem Hashtag „AllMenAreRapist“ und verweigern somit, in dieser jede Gemeinschaft spaltenden Absicht, das Gespräch. Es wird gebrüllt, geklagt, gejammert und geheult, aber es wird nicht mehr gesprochen. Ja, es wird im Grunde etwas nieder- und totgeschrien – nämlich die dunkle Seite der Medaille, die Männer, die still leiden. Sie leiden so still, dass sie ihren eigenen Schmerz über ihr Leid nicht mehr wahrnehmen. So kommt es, dass Männer nicht mehr über Männer sprechen; weder über ihren Schmerz, ihre Freuden, noch über ihre Träume. Und täten sie es, hörte ihnen kaum mehr jemand zu, in jedem Fall keine Gesellschaft und keine Frauen. Damit aber beraubt sich jede menschliche Gemeinschaft auch selbst ihrer Menschlichkeit. Sobald wir gespalten und feindlich zueinander leben, befinden wir uns im Krieg. Krieg aber bedeutet grundsätzlich Entmenschlichung beider Seiten.

Jedes Opfer ist ein Mädchen oder eine Frau

Somit komme ich zum Anlass meines Zorns über die Missachtung und das Verschweigen von Männern und Männlichkeit. Als dieser Tage die islamistischen Boko Haram in Kankara in Nigeria eine Knabenschule überfielen und etwa 300 Jungen entführten, verschwiegen unsere Medien tagelang, dass es sich nur um männliche Schüler handelte. Allesamt berichteten sie ausnahmslos von „Kindern“; wohl in Anlehnung an die vergangenen Schülerentführungen durch diese Terrororganisation, als auch Mädchen mitentführt wurden. 2016 wurden neben rund tausend Jungen auch 276 Mädchen entführt. Damals entstand die internationale Bewegung „Bring back our Girls“. Rund um den Globus sprach man nur von den entführten Mädchen, nur selten wurde an die vierfache Menge von Jungen erinnert, die gleichfalls entführt worden waren. Diesmal wurden nur Jungen entführt und es entstand keine Bewegung „Bring back our Boys“. Nein, die Jungen wurden zu Kindern verallgemeinert und somit verschwiegen, denn Opfertickets samt Mitleid gibt es nur noch für Mädchen und Frauen. Jungs kommen damit klar, sie zehren von ihrer patriarchalen Dividende.

Davon zehrten auch die 9.700.000 Männer, die als Soldaten im Dienste des „Patriarchats“ ihre Dividende verfrühstückten und im ersten Weltkrieg verreckten. Ja, es war ein Verrecken, sie wurden vergast, in Stücke gerissen, von Scharfschützen in den Kopf geschossen, von Bajonetten aufgespießt oder als Desserteure hingerichtet. Feministinnen in England hatten hingegen nichts besseres zu tun, als jungen Männern, die in Zivil auf Heimaturlaub waren oder kriegswichtiger Zivilarbeit nachgingen, eine weiße Feder ans Revers zu heften, um sie als Drückeberger und Feiglinge zu denunzieren und zu beschämen.

Abgesehen davon kamen Abermillionen kriegsinvalide Männer in ihre Heimat zurück. Nach dem Krieg wurden Invalidenheime eingerichtet. Dort hingen unter anderem über Jahrzehnte Männer in Netzen, denen im Krieg sämtliche Gliedmaßen weggesprengt worden waren. Auch darüber sprach man nur kurz. Die fotografische Dokumentation der Verletzungen von Ernst Friedrichs in dem Buch „Krieg dem Kriege!“, fand zwar weltweit Beachtung, doch sie veränderte wie so viele Kriegsgeschichten, in denen Männer litten und starben oder traumatisiert haltlos blieben, nicht den Blick feministischer Frauen auf Männer. So ist es wenig verwunderlich, dass sich über den Klopper, den Hillary Clinton am 17. November 1998 als First Lady auf einer Konferenz gegen häusliche Gewalt in El Salvador losgelassen hatte, außer ein paar verschrobener Männerrechtler sich niemand empörte. Clinton erkannte dort nämlich, wer die wahren Kriegsopfer sind:
„Frauen waren immer schon die vorrangigen Opfer des Krieges. Frauen verlieren ihre Ehemänner, ihre Väter, ihre Söhne im Kampf. Frauen müssen oft aus dem einzigen Heim fliehen, das sie jemals kannten.“
Ein Satz, den das „unvergessliche“ Internet gerade dabei ist, zu vergessen (siehe toter Link).

Das Verschweigen von Jungen als Opfer hat Methode. Als zwei Jahre nach den Entführungen von über 1.000 Jungs in Nigeria, 12 Jungen einer Fußballmannschaft mit ihrem Trainer nach einer Überflutung in der Tham-Luang-Höhle in Thailand 17 Tage eingeschlossen waren, berichteten die Medien hierzulande fast bis zum Schluss der Rettungsaktion nur von Kindern aber nicht von Jungen. Ein Drama mit Jungs generiert offensichtlich kein Leserinteresse. Und so verwundert es auch nicht, dass die Schändlichkeit der Genitalamputation von Knaben zum Zwecke der Prostitution als Hijras in einer indischen Zuhältersekte dort euphemistisch als drittes Geschlecht anerkannt wird und dieser Vorgang hierzulande von Transgendervereinen als vorbildlich konzertiert wird. Entsprechend verlogen und „politisch korrekt“ manipuliert ist auch der Wikipediaeintrag hierzu. Das gleiche, alles männliche Leid erdrückende Schweigen gilt auch den Bacha Bazi, afghanischen Jungen, die zur Prostitution gezwungen werden, obgleich seit 2001 deutsche Soldaten im Land stationiert sind und sie somit diese Verbrechen durch ihr Schweigen direkt schützen. Diese prostituierten Jungs kommen einfach in der öffentlichen Wahrnehmung nicht vor. Ich bloggte mehrmals darüber (hier und hier).

Rituelle Misshandlung gibt es nur bei Mädchen

Das gleiche einhellige Schweigen gilt auch der Genitalverstümmelung von Jungen. Sie ist seit 2012 gar durch das BGB als „Beschneidung“ gesetzlich zulässig, während das gleiche Verbrechen an Mädchen mit bis zu 15 Jahren Haft bedroht ist. Jüngst kam die Familienministerin „Dr.“ Giffey, die nach Amtsbezeichnung auch für die Jugend und somit für Jungs zuständig wäre, auf die Idee, einen Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung; ich bloggte hier darüber.

Ja, die Ministerin, die Jungen empfiehlt einfach mal die Klappe zu halten, reißt die ihre auf, wenn es darum geht, berechtigterweise weibliche Genitalverstümmelung anzuprangern und nennt sie: „… ein Verbrechen und eine schwere Menschenrechtsverletzung“. Etwa 1,4 Milliarden religiös bedingte rituelle Knabenbeschneidungen fallen allerdings nicht darunter, obgleich das Motiv das gleiche ist wie bei den Mädchen, für die der Schutzbrief ausgestellt wurde – es ist vornehmlich der Islam in dessen Namen Mädchen und Buben ihr Genital verstümmelt wird. Da hat der UBSKM unlängst eine Studie zum rituellen Kindesmissbrauch auflegen lassen, in der keine Silbe über die rituelle Kindesmisshandlung durch islamische Beschneider und Beschneiderinnen verloren wurde. Ritueller Missbrauch hört offensichtlich da auf, wo Religion beginnt. Wir kennen das vom den Kindesmissbrauch durch Kleriker her, da veranstaltet der UBSKM lieber Konferenzen mit den Bischöfen als dafür zu sorgen, dass Staatsanwälte die bischöflichen Ordinariate aufsuchen und die Politik dazu zu drängen, durch Gesetze die Beschlagnahmung der Akten vor den Vertuschern und Vernichtern vorzuschreiben und zu erleichtern.

Nebenbei bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden noch Jungen für kirchliche Chöre kastriert. Die letzten Kastraten sangen noch Anfang des 20. Jahrhunderts im Petersdom (anzuhören hier). Auch dieses dunkle Kapitel christlicher Menschenverachtung gilt heute als Folklore und nicht als eine dem Klerikertum eigene Sicht der Verfügbarkeit von Menschen, die bis zum aktuellen Kindesmissbrauch durch Priester reicht. Im übrigen steht der Islam ebenfalls in dieser Linie, die bis zur aktuellen Sklaverei reicht. Sie ist auch heute noch ein häufig anerkannter Asylgrund für Migranten.

Nur Frauen sind politisch korrekte Missbrauchsopfer

Es hat also nicht nur Methode, sondern es ist politischer Wille, Frauen als Opfer aber nicht als Täterinnen wahrzunehmen. Diese Verleugnung weiblicher Täterschaft verleugnet ex aequo deren männlichen Opfer. Die politische Absicht ist dabei letztlich eine sexistisch ideologisierte Umverteilung von Macht und Pfründen. So verwundert es auch nicht, dass festangestellte Feministen wie die Münchner Gleichstellungsbeauftragte in ihrer Broschüre „Tipps für Hellhörige“ von 2012 behauptet (Link), dass nur 10 % der Kinderschänder Frauen sind. Immerhin eine dreifache Steigerung vermuteter Täterinnen im Gegensatz zur ersten Auflage von 2004 in der sie gar nur 3,7 % Täterinnen behauptete. Allerdings sieht sie die Täterinnenquote in den Familien auch 2012 noch auf dem gleichen Niveau wie 2004 bei etwa 4 %. Dies ist nicht nur ein dämlicher Rechenfehler sondern schlicht eine Verhöhnung aller männlicher Überlebenden, die in ihrer Kindheit von einer Frau missbraucht wurden. Ich bloggte dazu vor vier Jahren (Link).

Männliche Missbrauchsopfer zu übersehen hat etwas mit der tödlichen Verachtung zu tun, mit der Männern insgesamt begegnet wird. Feministen phantasieren zwar gerne ein Patriarchat, das Männer in allem begünstigt und bei jedem Verbrechen deckt, doch dieses Bild ist so weit von der Wirklichkeit entfernt, das es sich nicht lohnt, sich in diese Blasen zu begeben. Bei den Geburten gibt es mehr Knaben als Mädchen. Hier sorgt die Natur bereits für einen Überschuss, der allmählich wegstirbt. Unter Ausgewachsenen haben bereits die Frauen die Mehrheit und im Alter sind die Männer bereits fünf Jahre früher gestorben als ihre Frauen, weil ihr Leben um einiges stressiger war. Doch Männer sterben auch an der gesellschaftlichen Ignoranz, mit der ihrem Leid und Schmerz begegnet wird. Für misshandelte und missbrauchte Männer gibt es kaum Anlaufstellen oder Schutzräume. Diese Missachtung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem; auch an ihm sind Frauen wie Männer gleichmäßig beteiligt. Ein seelisch leidender Mann ist eine soziale Belästigung aber niemand, der unser Mitgefühl verdient. Im ersten Weltkrieg wurden traumatisierte Soldaten noch in Irrenhäuser gesteckt. Erst mit Ende des Vietnamkrieges wurden die traumatischen Störungen der zurückgekehrten Soldaten so offensichtlich, dass die US-Armee sie nicht länger ignorieren konnte und man begann, sie seriös als seelische Erkrankung zu behandeln. Die Behandlung dieser posttraumatischen Belastungsstörungen bildete die Grundlage der heutigen Behandlung posttraumatisierter Missbrauchsopfer, die heutzutage seltsamerweise überwiegend von weiblichen Psychotherapeuten an Frauen durchgeführt wird. Männer stellen in diesem Fachgebiet weniger als 10 % der Therapeuten und bei den Erkrankten allenfalls ein Drittel.

Folglich hält der wissenschaftliche Dienst des Bundestages fest, dass „die Wahrscheinlichkeit bei Frauen, zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens an PTBS zu erkranken, auf 10 bis 12 Prozent und bei Männern auf 5 bis 6 Prozent geschätzt“ wird. Wobei der Dienst als Ursache weiblicher PTBS Vergewaltigung betont. Das gleich viel Männer wie Frauen vergewaltigt und missbraucht werden ist im hohen Haus ebenfalls noch nicht angekommen. Wer wie ich von Frauen vergewaltigt wurde, muss schon über besondere Resilienz verfügen, wenn er in diesem Klima des Relativierens und Vertuschens von sich aus Traumatherapeuten aufsucht. Denn sexuelle Gewalt durch Frauen wird gesellschaftlich nicht als Ursache einer PTBS erkannt. Männer können doch froh sein, wenn sie eine Frau gegen ihren Willen vögelt, so denkt das Volk, und so denken Männer wie Frauen. Einen Zusammenhang mit der doppelt bis dreifach so hohen Suizidrate von Männern gegenüber Frauen und einer möglichen Posttraumatisierung wurde bislang noch nicht untersucht, andernfalls würde man wohl das herrschende, von Frauen vorgegebene Männlichkeitsbild konterkarieren. Dafür wird in der Zusammenstellung erwähnt, dass geschlechtsspezifische Angebote für Frauen fehlen. Was im richtigen Umkehrschluss heißt, dass sie für Männer erst gar nicht vorhanden sind. In der Auflistung verschiedener Therapieangebote fällt somit auch nicht auf, dass es im Gegensatz zu Frauen für Männer mit PTBS keine expliziten klinischen Angebote gibt. Wenigstens finden sich in der Liste niedrigschwelliger Angebote drei Anlaufstellen für Jungen und Männer (Link).

Politisch inkorrekt scheint es auch nach einem Jahrzehnt Diskussion über klerikalen Missbrauch zu sein, über die Opfer der Pfarrer und Priester zu sprechen. Es sind nämlich zu 80 % Jungen (siehe Link), wobei es sicher kein krimineller homosexueller Komplex ist. Bei sexuellem Kindesmissbrauch geht es, wie wir inzwischen längst wissen, vor allem um Machtmissbrauch und da scheinen Jungen die geeigneteren Opfer zu sein, denn sie schweigen auch heute noch verlässlicher über ihre „Schande“ als Mädchen. Ihnen bleiben überwiegend nur zwei Optionen zu schweigen und leidend zu überleben, oder sich selbst den Garaus zu machen. Das muss dann nicht unbedingt der Strick sein, viele wählen auch den langsamen Suizid durch Drogen, Alkohol und Medikamente, oder sie begeben sich bewusst in Gefahr und sterben dann als Straßenkämpfer oder bei anderen Mutproben.

Somit schließe ich mit der wiederholten Feststellung, dass Opfer von Kindesmissbrauch durch gesellschaftliche Missachtung seelisch darben und deswegen früher sterben, und dass dieses Phänomen zwar bekannt, aber gesellschaftlich irrelevant ist. Ja, es ist, wie meine Traumatherapeutin unlängst ergänzte, als ich darüber klagte, dass ich selbst jahrzehntelang so mit mir umgegangen wäre. Ich hatte diese gesellschaftliche Haltung internalisiert.

Eine allgemeine Lösung sehe ich nicht. Nicht auf Seiten der Überlebenden, denn die sind mit ihrem oft kläglichen Überleben bereits ausgelastet. Ich sehe sie nicht in der Zivilgesellschaft, denn trifft ein solches Verbrechen die Leute in ihrer Familie, werden die Schotten dicht gemacht und alles getan, damit dieser „Makel“ nicht nach außen dringt. Ebensowenig sehe ich sie auf politischer Ebene, denn mit diesem Thema, das von feministischer Seite majorisiert wird, kann man – und Mann erst recht – nicht gewinnen. Der Beratungsklüngel, der am öffentlichen Tropf hängt, hat die Opfer gespalten, indem er die männlichen Überlebenden wie auch die Täterinnnen unsichtbar gemacht hat. Sein vorwiegendes Interesse ist sein Selbsterhalt am öffentlichen Tropf, wozu es letztlich auch Täter und hilflose weibliche Opfer braucht. Dementsprechend schwiegen auch alle fünf Fraktionssprecher des Bundestages mir gegenüber zur Frechheit des UBSKM Rörig, mich auf Twitter zu blockieren. – So geht der politisch korrekte Konsens!

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