Taliban befreien Buben aus Sexsklaverei

Die bedingungslose Kapitulation der NATO und afghanischen Armee vor den Taliban löst die Zunge der Wendehälse und Besserwisser. Unisono beschwören sie, dass der Krieg am Hindukusch der Einrichtung von Mädchenschulen diente und nach dem Sieg der Taliban Frauen und Mädchen in eine finstere Welt zurückgestoßen werden. Allerdings war der Krieg in Afghanistan kein Krieg für Frauenrechte und gebohrte Brunnen, sondern ein Krieg um Hegemonie und gegen islamischen Terror.

Deswegen klingen die Worte des Bedauerns hohl. Sie klingen auch hohl, weil die Jungen und Männer, die in diesem Krieg getötet oder verkrüppelt wurden, nicht einmal mehr „mitgedacht“ werden. Dass nach der Rückeroberung des „Gottesstaates“ auch mehr Männer als Frauen ermordet werden, wird ebensowenig geunkt. Jungen und Männer kommen in unserer selbstgerechten Welt nicht mehr vor. So wie die Jungen, die als Bacha Bazi unter der westlichen Schutzmacht sexuell missbraucht wurden, unsichtbar und unbedacht blieben, während unsere Soldaten gleichzeitig Mädchenschulen errichteten und Brunnen bohrten. Ebenso erwähnt in der Niederlage niemand die 59 deutschen männlichen Soldaten, die am schönen Hindukusch bei der Verteidigung unserer Freiheit gefallen sind. Dafür gendert man wohlgemut von Soldatinnen und Soldaten … Das sind unsere degenerierten Sorgen, während das Terrorregime der Taliban sich anschickt, dem Koran wieder Geltung zu verschaffen.

Das gesamte humanistische Palaver um den Krieg in Afghanistan ist zudem wohlfeil, sobald man sich die perversen Widersprüche in der gelebten Moral vor Augen hält. Die Knabenprostitution in Afghanistan war gesellschaftlich struktureller Missbrauch an Knaben. Jungen zwischen acht und zehn Jahren wurden ihren Eltern abgekauft und als Sexsklaven gehalten, die ihrem Meister, den Bacha baz, auf Leben und Tod unterworfen waren und ihm für alle sexuellen Spielarten, vielfach als sexuelles „Gastgeschenk“ zur Verfügung standen. Ein gängiger Spruch in Afghanistan lautet: „Frauen werden zur Geburt von Kindern gehalten und Jungen zum Vergnügen.“ (Quelle).

Erst die Taliban beendeten 1996 mit ihrem Einmarsch in Kabul das Leid der zwangsprostituierten Knaben. Nachdem die Taliban durch die Nato zurückgedrängt worden waren, lebte auch der abartige Brauch der Bacha bazi wieder auf. Gleichzeitig korrumpierten die westlichen Besatzer die verbliebenen afghanischen Kriegsherren, indem sie wie bei den vergewaltigten Buben auch beim Opiumanbau beide Augen verschlossen. So stieg die Opiumproduktion von 185 Tonnen im Jahr 2001 auf 9.000 Tonnen in 2017 (Quelle).

Ich habe hier im Blog Lotoskraft mehrmals auf die systematische strukturelle Vergewaltigung von Jungen in islamischen Ländern und insbesondere in Afghanistan und Pakistan verwiesen (Link). Diese Artikel fanden zwar – glaubt man den Zugriffszahlen – Beachtung, aber das war es auch. Öffentliche Beachtung, dass unsere Soldaten am Hindukusch neben unserer Freiheit auch Knabenprostitution und Opiumproduktion verteidigten und mithalfen, dass ein korruptes politisches System mit einer Billion Dollar unterstützt werden konnte, darüber spricht man selbst in der Niederlage nicht, die endlich Gelegenheit böte, die schmutzige Wäsche politischen und militärischen Versagens zu waschen. Doch dieser gesellschaftliche Schmutz wird wie immer verschwiegen bleiben.

So haben wir in Afghanistan nicht nur einen 20jährgen Krieg, sondern ein weiteres Mal auch unsere Moral verloren. Hauptsache wir züngeln etwas politisch Korrektes über Frauenrechte.

4 Gedanken zu “Taliban befreien Buben aus Sexsklaverei

  1. Hallo Lotosritter, gibt es denn eine Quelle dafür, dass die Taliban die Zwangsprostitution von Knaben beendet hätten? Und falls ja, würde dies den unendlichen Terror, den sie dem Rest der Bevölkerung, dem Rest der Welt, Männern wie Frauen, vor allem aber den Frauen, ethnischen, politischen, sexuellen Minderheiten aufzwingen, rechtfertigen?!?!?! Dein Text klingt fast so.

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    • Es gibt viele Berichte darüber, dass während der ersten Talibanherrschaft Knabenprostitution so gut wie zum erliegen kam. Das gleiche gilt für den Opiumanbau.
      Ich rechtfertige gar nichts, ich berichte nur. Ich berichte indirekt auch von unserer Doppelmoral, die zwischen geschundenen Mädchen und geschundenen Buben unterscheidet. Erstere sind bedauernswerte Opfer, letztere sind uninteressant, kaum erwähnenswert.

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