Resilienz – Es gibt keinen Weg zurück

Resilienz war ursprünglich ein physikalischer Begriff. Mit ihm wurde die Eigenschaft von Materialien bezeichnet, nach einer elastischen Verformung wieder in ihren Ausgangszustand zurückzukehren. Später erweiterte sich der Begriff auf diverse Systeme, die sich nach einer Störung wieder selbst regenerieren. Gleichzeitig fand der Begriff Eingang in die Psychologie, wo er zunächst für Personen Verwendung fand, die, obwohl sie in einer prekären Umgebung aufwuchsen, später ein normales Leben führten. Heute wird der Begriff umfassender für die Fähigkeit verwendet, Krisen und Stress zu überstehen. Damit wird er aber auch beliebiger und die ursprünglich mit ihm gemeinte Fähigkeit der Widerständigkeit gegen dissoziale Lebensumstände verblasst.

Dieses Blog nennt sich Lotoskraft, was ein anderer Begriff für Resilienz ist; denn der Lotos wächst im Morast und schiebt seine Blüte durch den Sumpf. Dabei fällt jeder Schmutz von ihm ab und er erblüht rein in aller Herrlichkeit. Aus diesem Grund gilt der Lotos in der asiatischen Symbolik als Blume der Reinheit und Lebenskraft.

Allerdings umfassen diese resilienten Eigenschaften eine Fähigkeit, die ich mir als Lotosritter zwar gerne zuschreibe oder besitzen möchte, gleichwohl passen sie grundsätzlich nicht in das Bild eines durch elterliche Verwahrlosung, Misshandlung und Missbrauch in seinem Gemüt tief verletzten Jungen, dessen Seele zudem dabei erdrosselt wurde. Wie mir ergeht es vielen Opfern, die Missbrauch und Misshandlung in ihrer Kindheit überlebt haben. Wir können zwar auf unserer Resilienz aufbauen, doch eine wesentliche resiliente Eigenschaft bleibt uns versperrt: die Fähigkeit auf einen heilen Zustand des Status quo ante zurückzugreifen oder sich zurückzubesinnen. Denn der Status quo ante war die Hölle, folglich kennt, wer in die Hölle geboren wurde, zunächst nur ihr Inferno. Weiterlesen

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