Fonds sexueller Missbrauch ist personell unterbesetzt, und das ist skandalös

XsRGBCyan3Der Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) ist offensichtlich personell unterbesetzt. Hat man seinen Antrag auf ergänzende Hilfeleistung gestellt, heißt es, geduldig zu warten; denn die Bearbeitungszeit beträgt derzeit bis zu zwei Jahren, ehe über einen Antrag entschieden wird. Allein die Eingangsbestätigung des Antrages dauert nach Auskunft des Fonds fast drei Monate.

Schreibt man eine E-Mail zu seinem Fall, dauert es etwa vier Wochen, bis man die Nachricht erhält, dass sie eingegangen ist und alsbald bearbeitet werden wird. Versucht man anzurufen, um den Stand der Dinge zu erfragen, hört man an den beiden Anruftagen – Dienstag und Donnerstag – während der Anrufzeit nur vom Band „Aktuell sind alle Leitungen belegt!“; ein Durchkommen war mir in den letzten zwei Monaten nicht möglich. Also warte ich weiter dringend auf die Nachricht, dass mein Folgeantrag für weitere Stunden Psychotherapie genehmigt worden sein wird; währenddessen meine Psychotherapeutin die Behandlung auf ihr eigenes Risiko fortführt.

Derart im Unbestimmten ausharren zu müssen, ist für niemanden angenehm. Für Personen, die dringend psychotherapeutische Hilfe benötigen, bedeutet dies eine arge zusätzliche Belastung ihres Gemütszustandes, schließlich setzen sie viel Hoffnung auf einen positiven Bescheid, um ihre Therapie fortführen zu können.

Der Irrwitz dabei ist, dass, bis inzwischen ein Antrag positiv entschieden wird, auch die zweijährige Sperrfrist der Krankenkasse abgelaufen und damit der Grund für eine ergänzende Hilfeleistung eigentlich obsolet geworden ist. – Jedenfalls entrückt der FSM damit zunehmend seinem Zweck, nämlich das ergänzende Hilfesystem für „diejenigen zu sein, die in ihrer Kindheit bzw. Jugend sexuellen Missbrauch erlitten haben und noch heute an diesen Folgewirkungen leiden.“

Es ist schlichtweg nicht hinnehmbar, dass die personelle Besetzung des FSM nicht aufgestockt wird. Dagegen verpulvert das hinter dem Fonds stehende „Ministerium für Frauen und andere Minderheiten“, wie meine Psychotherapeutin unlängst das Bundesfrauenministerium nannte, aktuell mal wieder Millionen für eine Kampagne gegen „Hatespeech“ und betreibt damit indirekt Propaganda und politische Hygiene für die SPD. Ein Schelm, der dabei Schlechtes über die Ministerin Manuela Schwesig denkt, die 2003 SPD Mitglied wurde, und in dieser Partei eine atemberaubende Karriere hinlegte.

Nachtragen muss ich fairerweise, dass es am Ende doch noch klappte, den FSM telefonisch zu erreichen. Ich saß eine halbe Stunde am Telefon und wählte ohne Unterlass und Erfolg die Nummer. Dann löste mich meine Frau für eine halbe Stunde ab. Danach wählte ich wieder und siehe, nach weit über einer Stunde ständigem Anwählen, kam eine Verbindung zustande. Nun weiß ich, dass voraussichtlich im September über den im Frühjahr gestellten Folgeantrag entschieden werden wird. Und ich weiß auch, dass derlei Folgeanträge in der Regel positiv entschieden werden.

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3 Gedanken zu “Fonds sexueller Missbrauch ist personell unterbesetzt, und das ist skandalös

    • Weil mir am Telefon mitgeteilt wurde, wenn in der Sache bereits positiv entschieden wurde, dem Folgeantrag grundsätzlich nichts im Wege steht, Auch ist de Bearbeitungszeit geringer. Mir wurde ein Entscheid im September/Oktober in Aussicht gestellt. Dann wäre in einem halben statt in eineinhalb Jahren entschieden worden.
      Über die einst genehmigten 10.000 € hinaus gibt es allerdings keine weiter ergänzende Hilfeleistung vom Fonds.
      Uns beiden Daumendrück
      Lotosritter

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